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Radevormwald
Caritas will den Flüchtlings-Paten helfen

Radevormwald: Caritas will den Flüchtlings-Paten helfen
Im Wartburghaus trafen sich am Donnerstag zahlreiche Radevormwalder, die sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge, die in Rade wohnen, einsetzen wollen. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Gabriele Goldschmidt und Ingrid Bosch-Forsting von der Caritas Oberberg besuchten im Wartburghaus das Treffen der Radevormwalder, die sich nach Einladung von Sebastian Michaelis als Paten für die Flüchtlinge einsetzen möchten. Von Flora Treiber

Wie man den Flüchtlingen in Radevormwald am besten helfen und ihnen unterstützend zur Seite stehen kann, wird in Zukunft bei regelmäßigen Stammtischveranstaltungen besprochen. Der Startschuss für diese Veranstaltungsreihe fiel am Donnerstag im Wartburghaus. "Der Stammtisch soll ein fruchtbarer Termin für alle Ehrenamtler sein, die sich als Paten zur Verfügung stellen oder Angebote für Flüchtlinge auf die Beine stellen wollen", sagte Sebastian Michaelis, Sozialarbeiter der Stadt, der die Betreuung der Flüchtlinge koordinieren soll.

Momentan wohnen 120 Flüchtlinge aus 28 verschiedenen Nationen in Radevormwald. Bis Ende des Jahres wird die Zahl der Flüchtlinge auf 180 bis 200 ansteigen. Zu dem Stammtisch im Wartburghaus waren nicht nur mehr als 20 interessierte Ehrenamtler, sondern auch Vertreter der Caritas des Oberbergischen Kreises gekommen, die die Rader in ihrer Arbeit mit den Asylsuchenden unterstützen wollen.

"Wir organisieren Schulungstermine und geben das Rüstzeug, vernetzen die einzelnen Seelsorgebereiche und helfen bei der Koordinierung des Ehrenamts", sagte Gabriele Goldschmidt, Fachdienstleiterin für Integration der Caritas des Oberbergischen Kreises. Ihre Kollegin, Ingrid Bosch-Forsting, wird in Rade als Flüchtlingsberaterin arbeiten. "Einmal in der Woche, voraussichtlich freitags, werde ich im Caritashaus an der Hohenfuhrstraße 12 eine Sprechstunde anbieten, die von Ehrenamtlern in Anspruch genommen werden kann", sagte die Ehrenamtskoordinatorin.

Den Stammtisch am Donnerstag im Wartburghaus nutzten die Einzelnen, um sich kennen zu lernen und erste Ideen und Anregungen zu sammeln und auszutauschen. Claudia Jelovcan zum Beispiel will einen Häkelkurs für Flüchtlinge anbieten. "Mein Hobby könnte auch den Frauen und Kindern aus Flüchtlingsfamilien Spaß machen", sagte die Radevormwalderin, die sich bereits als Familienpatin engagiert. "Ich habe schon eine eigene Broschüre für dieses Angebot entwickelt und will meine Idee heute vorstellen."

Sebastian Michaelis, der das Konzept des Stammtisches entwickelt hat, freut sich über konkrete Vorschläge. "Das ist für uns ein wichtiger Einstieg in die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen", sagte er. Wann die ersten Flüchtlinge ihren Paten zugeteilt werden, steht noch nicht fest. "Das ist ein sehr komplexer Prozess, in dem viele Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören auch die Perspektiven der Flüchtlinge, ihre Umwelt und ihre familiäre Situation", sagte der Pfarrer der Lutherischen Kirchengemeinde, Jürgen Buttchereyt.

"Die Kontakte zwischen den Flüchtlingen und ihren zukünftigen Paten sollen individuell entstehen. Erste Kontakte kann man zum Beispiel bei einem gemeinsamen Aktivitätenabend knüpfen", schlug Gabriele Goldschmidt vor. Nach dem ersten Treffen im Februar war der Stammtisch das erste Mal, dass sich diejenigen, die Patenschaften übernehmen und sich aktiv an der Flüchtlingsarbeit in Radevormwald beteiligen wollen, austauschen konnten. "Das Stammtisch-Angebot wollen wir im nächsten Quartal an einem anderen Standort fortsetzen", sagte Michaelis.

Quelle: RP
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