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Analyse
CDU ist derzeit der strahlende Sieger

Wahl in NRW: Gewinner und Verlierer
Radevormwald. Radevormwald Die Unsicherheit war groß - wenn auch die CDU den Wahlsonntag angesichts der Vorhersagen mit Optimismus angehen konnte. Die Christdemokraten hatten das Ziel verfolgt, das mit 30 Prozent schlechte Ergebnis der Landtagswahl 2012 zu korrigieren. Die Wähler haben im Sinne der Partei gewählt und die CDU auch bei dieser Wahl in Radevormwald zur stärksten Kraft gemacht. Von den Landtagskandidaten hat Sieger Jens Nettekoven die mit Abstand größte Präsenz gezeigt. Dafür ist er von den Wählern mit dem Direktmandat belohnt worden. Für die Rader ist zusätzlich positiv, dass neben Nettekoven mit Peter Biesenbach ein Nachbar aus Hückeswagen wieder in den Landtag eingezogen ist. Von Wolfgang Scholl

SPD und Grüne mussten die Konsequenzen aus ihrer siebenjährigen Politik tragen. Für die Sozialdemokraten scheint derzeit auch in Radevormwald der Schulz-Effekt verpufft zu sein. Die Partei hat aber auch schon bei anderen Wahlen mit dem früher gewohnten großen Zuspruch zu kämpfen gehabt und Federn lassen müssen. Die Aussichten der SPD scheinen aktuell in Rade nicht rosig zu sein. Lediglich in den drei Bezirken der Wahllokale Schießstand Hölterhof, Johanniter-Altenheim und Wuppermarkt war sie stärkste Partei. 26,6 Prozent sind wohl weniger, als die größten Pessimisten vermutet hatten.

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Ob die Grünen dem Landestrend folgen, ist noch offen, weil die Grünen erst vor einigen Jahren in Rade als Ortsverband richtig aktiv geworden sind. Es kann natürlich sein, dass die Wählergunst der Grünen bei Kommunalfragen wieder größer ist. Die nächsten Kommunalwahlen für den Stadtrat und den Bürgermeister sind regulär erst in drei Jahren 2020.

Dagegen befindet sich die FDP auch in Rade in einem Lindner-Hoch. In einzelnen Stimmbezirken erreichte sie Ergebnisse wie früher zu Zeiten, als Bernd Rüggeberg noch Orts-Vorsitzender war. Für die Freien Demokraten ist dagegen schade, dass Kandidat Jörg von Polheim über die Landesliste nicht in den Landtag eingezogen ist. Dort hätte er für Radevormwald sicher etwas bewegen können.

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Die AfD hat aus dem Stand, ohne die handelnden Personen vor Ort groß vorzustellen, die Grünen und die Linke überholt. In der Südstadt haben 14 bis 15 Prozent die neue Protestpartei gewählt, in Remlingrade waren es immerhin 11 Prozent.

Nach der Landtagswahl geht der Blick auch in Rade bei den ehrenamtlich tätigen Politikern jetzt schon wieder in Richtung September. In den kommenden beiden Wochen soll durchgeatmet werden - außerdem gibt es noch eine Stadtratssitzung. Danach werden die ersten Gedanken in Richtung Bundestagswahl am 24. September gehen.

Dann werden die Radevormwalder wieder zu Oberberg gehören und nicht zu Remscheid. Da der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Flosbach nicht mehr antritt (jetzt Dr. Carsten Brodesser), darf man gespannt sein, ob er sich gegen Michaela Engelmeier von der SPD behaupten kann, die über die Landesliste Mitglied des Bundestages ist. Die heiße Phase des Wahlkampfes wird wohl in den Sommerferien eingeläutet.

Quelle: RP
 
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