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Radevormwald
CDU Rade blickt kämpferisch in die Zukunft

Radevormwald: CDU Rade blickt kämpferisch in die Zukunft
Der neue stellvertretende CDU-Vorsitzende Gerd Uellenberg (v.l.) stellte den neuen CDU-Vorsitzenden von Oberberg, Dr. Carsten Brodesser, vor und befragte den CDU-Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. 150 Gäste kamen zum CDU-Neujahrsempfang ins Bürgerhaus. Herbert Reul sieht ohne Europa keine Lösung des Flüchtlingsproblems. Von Marion Gerdel

Beim CDU-Stadtverband soll sich 2016 einiges ändern. Das war die Aussage des im November gewählten Vorsitzenden Sebastian Schlüter bei seiner Begrüßung zum Neujahrsempfang im Bürgerhaus. Etwa 150 der angemeldeten 230 Rader waren der Einladung gefolgt und warteten gespannt auf seine Worte und die der Ehrengäste Dr. Carsten Brodesser (neuer CDU-Vorsitzender in Oberberg), Peter Biesenbach (CDU-Landtagsabgeordneter aus Hückeswagen) und des bergischen Europaabgeordneten Herbert Reul aus Leichlingen.

Sebastian Schlüter erinnerte bei der Begrüßung des neuen Stadtoberhauptes Johannes Mans daran, dass sich seine Partei den Jahresbeginn im vergangenen Jahr eigentlich unter einem anderen Bürgermeister vorgestellt hatte. "Es war eine turbulente Zeit nach dieser Wahl", sagte er. Er dankte allen Bürger, die in den vergangenen Monaten kritisch auf die CDU zugegangen sind. Morgen wird die CDU 70 Jahre alt.

Mit dem Neujahrsempfang sollte gleich der frische Wind, der durch die Partei geht, demonstriert werden. Statt vieler Reden gab es eine lockere Gesprächsrunde, moderiert von den Vorstandsmitgliedern Saskia Ruckebier und Gerd Uellenberg. "Wir wollen Politiker bürgernah zeigen und Ihnen die Gelegenheit geben, Menschen, die Politik machen, persönlich kennenzulernen. Es sind Männer, die im Beruf, in ihren Familien und Vereinen arbeiten und sich darüber hinaus politisch engagieren", sagte Uellenberg.

Vor seinem ersten Gespräch machte er noch einmal klar, dass seine Partei, trotz einiger Probleme in der Vergangenheit, doch vieles richtig gemacht hat. "Wir wollen uns heute darauf besinnen, was uns als CDU ausmacht und weiter nach vorne blicken. Wir haben die Kraft zu kämpfen nicht verloren", sagte er. Im anschließenden Gespräch mit Dr. Carsten Brodesser gratulierte er zu dessen "einmaligen Wahlergebnis" zum Kreisvorsitzenden. "100 Prozent, das ist nicht wiederholbar", war er sich sicher, weil man es nie allen richtig machen könne. Auf die Frage, was nach diesem großen Sieg überwogen hat, die Angst vor der Bürde, in die Fußstapfen des Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Flossbach treten zu müssen, oder die Freude über den Wahlsieg, gab es für Dr. Carsten Brodesser nur eine Antwort: "Es ist ganz klar die Freude, denn nur so kann man Politik machen." Sein Vorsatz für 2016: "Wir wollen mehr Menschen für die Politik interessieren und von einer CDU-Mitgliedschaft überzeugen."

Das Gespräch mit Peter Biesenbach, der nach Aussage von Gerd Uellenberg einiges für die Stadt Rade bewegt hat, drehte sich um das Thema Flüchtlinge. "Das ist es, was das Land im Moment am meisten bewegt", sagt er und verwies auf die aktuellen politischen Sondersitzungen zu den Ereignissen der Silvesternacht in Köln. Biesenbach kritisierte, dass keiner die genaue Zahl der etwa 350.000 Flüchtlinge kenne und die Integration erst noch beginnen müsse.

Saskia Ruckebier stellte den neuen Rader CDU-Vorsitzenden Sebastian Schlüter vor. Die Gäste erfuhren dabei, dass er bereits 1999 in die Junge Union eingetreten ist und seit 2004 im Stadtrat sitzt. "Das neben meinem Beruf zu schaffen, ging nur, weil ich schon immer sehr politikaffin war - ich war ein kleiner Fan von Helmut Kohl." Neben dem Beruf mit Tätigkeit bei Bayer in Leverkusen und der Politik nimmt sich Sebastian Schlüter aber nach wie vor Zeit für Sport und Hobbies. Die Verbindung der beiden Jahren besteht für Sebastian Schlüter persönlich darin, dass nach der standesamtlichen Trauung 2015 bald die kirchliche folgen wird. Politisch möchte Schlüter die CDU wieder in Takt bringen. "Wir (er und der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Busch, die Red.) haben das Schiff in schwerem Gewässer übernommen. Aber wir haben ein gutes Team, das mich sehr unterstützt. So kann ich die Aufgaben angehen."

Ehrengast Herbert Reul warb um Geduld und eine Stärkung Europas. Einzelne Länder könnten die großen Probleme in der immer weiter zusammenrückenden Welt nicht mehr alleine bewältigen. "Dabei muss aber der überregulierte Kleinkram wegfallen", sagte Reul und ergänzte: "Nicht die kleinen, kurzen Erfolge sind die wichtigen. Nur mit viel Zeit können wir kluge Antworten geben. Hopplahopp-Lösungen erzeugen nur Probleme." Es werde immer klarer, dass die Zusammenarbeit in Europa mehr Bedeutung bekommen müsse. Nur so könnten Fortschritt und Wirtschaft in Europa mit anderen Ländern Schritt halten. Nur so sei aber auch das Thema Flüchtlinge zu lösen.

Quelle: RP
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