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Radevormwald
Das Wartburghaus wird nicht verkauft, sondern abgerissen

Radevormwald. Die Lutherische Kirchengemeinde steht vor großen finanziellen Problemen und versucht seit Jahren, eine Lösung für den Kostenfaktor Wartburghaus zu finden. Bei der Gemeindeversammlung gestern informierte Finanzkirchmeister Christian Schoppe zunächst über die Finanzlage der Gemeinde und prognostizierte für 2018 ein Haushaltsdefizit von 125.000 Euro. Durch die Aufgabe des Wartburghauses sollen die Kosten der Gemeinde im Jahre 2019 um 80.000 Euro geschmälert werden. "Für den Haushalt bedeutet das eine Entlastung von 50.000 Euro", sagte Schoppe. Bis 2022 werden weitere Kosten gespart, weil Mitarbeiter und Pfarrer Jürgen Buttchereyt in den Ruhestand gehen. Von Flora Treiber

Die Zukunft des Wartburghauses steht aber nicht nur im Mittelpunkt der Überlegungen von Christian Schoppe. Baukirchmeister Reiner Sander arbeitet ebenfalls intensiv an der Zukunft der gemeindeeigenen Häuser. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Zukunftsszenarien, etwa ein kompletter Neubau, ein Verkauf an die Stadt oder die Zusammenarbeit mit einem Investor, nicht funktioniert haben, schlägt die Kirche jetzt einen stringenten Weg ein: Der Bebauungsplan des Grundstücks, auf dem das Wartburghaus steht, und dem des Parc de Châteaubriant soll im Zuge des Integrierten Handlungskonzepts II (IHK) geändert werden. Dafür sollen in Kooperation mit der Stadt und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Fördermittel beantragt werden. "Ein neuer Bebauungsplan kostet 100.000 Euro, so viel Geld haben wir nicht. Bekommen wir die Fördermittel, schrumpfen die Kosten für uns auf etwa 20.000 Euro", sagte Sander. Ziel des neuen Bebauungsplans soll es sein, die Grundstücke für eine Mischung aus Gemeindezentrum und Wohnungsbau zulässig zu machen, damit die Gemeinde in Zukunft deutlich höhere Mieteinnahmen erzielen kann. Grundlage des neuen Bebauungsplans ist die Gründung einer Grundstücksgesellschaft, die neben der Lutherischen Kirchengemeinde aus den künftigen Investoren bestehen muss. Sander rechnet damit, dass die Beantragung der Fördermittel im Februar 2018 abgeschlossen ist und 2019 mit den Bauarbeiten des neuen Gebäudes begonnen werden kann. 2018 belegt die Diakoniestation weiterhin Teile des Wartburghauses. Ende 2020 soll das neue Gebäude dann fertiggestellt werden. "Klartext: Das Wartburghaus wird abgerissen, und an die Stelle soll ein Gebäude kommen, in dem viel Raum vermietet wird und eine Fläche für unsere Gemeinde entsteht", sagte Sander. Geplant seien etwa 2300 Quadratmeter Wohnfläche und 550 Quadratmeter für die Nutzung der Gemeinde.

Bis die Pläne umgesetzt werden, nutzt die Gemeinde weiter das Paul-Gerhard-Haus. Sander gab auch einen Ausblick auf die Zukunft dieser Immobilie. "Zunächst wird das Haus weitergenutzt. Sollte das neue Gebäude 2020 stehen, ziehen wir komplett in den Innenstadtbereich um." Ein Verkauf des Wartburghauses oder des Grundstücks sei nur eine kurzfristige Lösung der finanziellen Probleme und stehe deshalb nicht mehr zur Debatte.

Quelle: RP
 
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