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Radevormwald
Deckel sammeln gegen die Kinderlähmung

Radevormwald: Deckel sammeln gegen die Kinderlähmung
Kleiner Dreh, schon was Gutes getan - Melanie Biljan von der Oberbergischen Apotheke freut sich über jeden abgegebenen Deckel. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Oberbergische Apotheke in der Nachbarstadt Hückeswagen ist offizielle Sammelstelle für die Aktion. Von Heike Karsten

Drei große blaue Müllsäcke voll Plastikdeckel haben die Mitarbeiter der Oberbergischen Apotheke bereits zum Recyclinghof in Wuppertal gebracht. Wie viele Deckel das genau sind, weiß Mitarbeiterin Jennifer Schulz zwar nicht. Sie kann sich jedoch sicher sein, dass jeder einzelne Flaschenverschluss der Gesundheit dient. Denn durch den Verkauf von jeweils 500 Plastikdeckeln an ein Recyclingunternehmen wird eine Polio-Impfung gegen Kinderlähmung finanziert.

Die Pharmazeutisch-technische Assistentin hat von der Aktion "Deckel gegen Polio" der Rotarier von einer Bekannten erfahren. Deren Tochter ist in Remscheid an der Alexander-von-Humboldt-Realschule, wo ebenfalls für den guten Zweck gesammelt wird. "Ich dachte, das passt gut zum Thema Gesundheit", sagt Jennifer Schulz. Bei ihrer Chefin, Apothekerin Barbara Schwinghammer-Steinbach, stieß sie mit der Idee, sich zu beteiligen, gleich auf offene Ohren.

Nach der Registrierung ist die Oberbergische Apotheke an der Peterstraße / Ecke Etapler Platz seit Mitte Oktober offizielle Sammelstelle. Die Kunden können während der Öffnungszeiten Deckel von Tetrapacks, Ein- und Mehrwegflaschen in der Apotheke abgeben und tun dies auch rege. "Am Anfang haben wir die Kunden gezielt darauf angesprochen, aber mittlerweile hat es sich schon gut herumgesprochen", freut sich Jennifer Schulz über die Sammelaktivität der Kunden. "Man denkt zuerst, 500 Deckel sind viel, aber die kommen schnell zusammen", fügt die 30-Jährige hinzu.

Durch die konsequente Impfung gegen das Poliovirus gilt die Kinderlähmung in Deutschland zwar als ausgerottet, die Krankheit kann jedoch als Epidemie wieder nach Europa schwappen, warnen Experten. Befällt das Virus das Rückenmark, verursacht es dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen. Eine Heilung gegen Polio gibt es nicht, wohl aber eine Vorbeugung auf Lebenszeit durch die Schluckimpfung.

"Gerade in der Dritten Welt ist die medizinische Versorgung aber nicht so optimal wie in Deutschland", sagt Jennifer Schulz und denkt dabei auch an die Länder, in denen Menschen noch heute von dem Virus befallen werden. Zudem koste es die Sammler nichts als einen kleinen Dreh zum Abschrauben des Deckels. "Das Pfand für die Flaschen erhält man ja trotzdem", sagt die Apotheken-Mitarbeiterin. Ein Kunde, der sich an der Sammelaktion beteiligt, bringt es auf den Punkt: "Kleiner Dreh - schon was Gutes getan." Nach dem guten Start möchte die Apotheke die Sammelaktion weiterlaufen lassen. Auch im katholischen Kindergarten Am Kamp, den der Sohn von Jennifer Schulz besucht, ist ein Sammeleimer aufgestellt. Die Oberbergische Apotheke ist jedoch die einzige offizielle Sammelstelle in Hückeswagen und der näheren Umgebung. So werden die Angestellten auch weiterhin die prall gefüllten Säcke zum Recyclinghof bringen. "Das Gewicht ist nicht zu verachten", berichtet Jennifer Schulz. Der Aufwand ist es den Apotheken-Mitarbeiterinnen jedoch allemal wert - für die Erhaltung der Gesundheit und den Kampf gegen diese grausame und hochansteckende Krankheit. www.deckel-gegen-polio.de

Quelle: RP
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