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Radevormwald
Demografie betrifft auch die Jüngeren

Radevormwald. Nach längerer Pause tagte am Mittwoch wieder der Fachausschuss, der sich mit der Stadtentwicklung vor allem für ältere Menschen beschäftigt. Hierbei gab es jede Menge Impulse für die weitere Arbeit und Vorschläge der Politiker. Von Flora Treiber

Mit der Stadtentwicklung in Bezug auf die älter werdende Gesellschaft setzte sich am Mittwochabend der Ausschuss für Demografie auseinander. Dafür hatten sich die Mitglieder mit Dieter Dresbach eigens einen Experten zur statistischen Erhebung eingeladen. Für das "Demografieforum Oberberg" entwickelt der Fachmann mögliche Erhebungs- und Auswertungsmethoden und stellte diese während der Ausschusssitzung im Haus Burgstraße vor.

"Wichtig ist, dass die Zahlen für die demografische Entwicklung einer Stadt in jede Planung und Veränderung einfließen. Das gilt besonders im Bezug auf die bauliche Entwicklung von Quartieren", sagte Dresbach. Momentan arbeitet er an Prognosedaten für 2030.

Eine erste, nicht überraschende Prognose gab er bereits am Mittwoch ab. "Die Einwohnerzahl im Oberbergischen Kreis wird weiter zurückgehen. Ich schätze bis 2030 um sechs bis sieben Prozent. Das wird auch auf Radevormwald zutreffen." Er rät den einzelnen Kommunen, nicht über diesen Zahlen zu verzweifeln, sondern sie als Chance für neue Ideen und Planungen zu nutzen. Dass sich Rade dieser Problematik stellt, sieht man nicht nur am Ausschuss für Demografie, sondern auch an dem aktiven Seniorenbeirat, Vereinen wie "aktiv55plus" und den Umstrukturierungen in der Verwaltung.

Bürgermeister Johannes Mans hat mit Hauptamtsleiterin Regine Schmidt eine feste Ansprechpartnerin für demografische Anliegen abgestellt. "Demografie ist ein Thema, das uns über alle Ämter hinweg beschäftigt und das wir nicht ignorieren können. Wir wollen strukturell dafür sorgen, junge Familien für Rade zu begeistern und in der Stadt für eine gute Versorgung, in jedem Alter, zu sorgen", sagte Mans.

Rolf Schulte, Vorsitzender des Ausschusses, nutzte die Sitzung, um erste Einblicke in statistische Möglichkeiten zu bekommen und ihren soziodemografischen Wert herauszustellen. "Statistiken über die Zusammensetzung einer Stadt, wer wohnt wo und ist wie alt, ermöglichen eine zielgerichtete Stadtplanung und bieten eine Chance, die Entwicklung der nahen Gesellschaft zu erfassen", so Schulte. Dresbach bietet seine Unterstützung und sein Wissen für diese Arbeit an.

Neben der vielen Theorie trugen die Ausschussmitglieder auch praxisnahe Vorschläge für die weiteren Aufgabenfelder des Ausschusses zusammen: Dejan Vujinovic von der CDU gab Impulse zur Zukunft der ärztlichen Versorgung in Radevormwald. Für ihn ist Demografie aber nicht nur ein Thema für Senioren. "Wir müssen bei den jungen Menschen ansetzen und die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen stärken, damit Ausbildungen vor Ort möglich werden. Außerdem sollte in Angebote für junge Erwachsene investiert werden", sagte er. Rosemarie Kötter (SPD) will die Mobilität und die Grundversorgung in Radevormwald optimieren. "Wir müssen sicherstellen, dass alle Ortsteile gute Verkehrsanbindungen haben und ihre Grundversorgung gesichert ist."

Thema des Ausschusses sind auch zukunftsorientierte Wohnformen, wie Senioren-WGs oder Mehr-Generationen-Haushalte. Detlef Förster vom Seniorenbeirat der Stadt wünscht sich etwa eine Entwicklung neuer Wohnformen. "Alt und Jung können sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam in einem Haushalt leben. Dafür muss die Stadt allerdings den Rahmen setzen", sagte er.

Die Vorschläge des Fachausschusses will der Vorsitzende Rolf Schulte in den nächsten Wochen überdenken und gemeinsam mit der Stadt über konkrete Umsetzungen sprechen.

Quelle: RP
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