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Radevormwald
Den Bürgertreff in die Neuzeit holen

Radevormwald. Anne Loth ist die neue Geschäftsführerin der Ökumenischen Initiative für Radevormwald und Wipperfürth. Von Marion Gerdel

Der Bürgertreff ist für viele immer noch eine unbekannte Größe im Stadtbild. Beim Stichwort Altentagesstätte wissen die meisten dagegen zumindest, wo sich die angesprochenen Räumlichkeiten befinden. "Diesen Zustand wollen wir ändern", sagt Karola Johnen, die den Bürgertreff verantwortlich betreibt. Mehr junge Menschen sollen die Räume und die Angebote nutzen oder auch eigene Ideen einbringen. "Wir müssen den Bürgertreff in die Neuzeit holen", mahnt sie eindringlich.

Um junge Besucher zu locken, soll frischer Wind in die etwas angestaubte Atmosphäre gebracht werden. Dazu sind aber einige Investitionen nötig. "Allein die Küche ist so alt wie das Gebäude, also 35 Jahre", sagt Karola Johnen, "sie müsste dringend ausgetauscht werden. Auch eine Industriespülmaschine wäre, gerade bei größeren Veranstaltungen, zwingend nötig."

Für diese Verbesserungen braucht der Verein Ökumenische Initiative (ÖkuIni), unter dessen Dach der Bürgertreff läuft, mehr Geld von der Stadt. "Wir laden die Ausschussmitglieder und die Öffentlichkeit ein, die Räume zu besichtigen. Dabei wird schnell klar, wo die Probleme liegen", sagt Peter Hennecke, Vorsitzender der ÖkuIni.

Die ÖkuIni hat vor mehr als 15 Jahren auf Wunsch der Stadt mit ihrer Arbeit begonnen. Neben dem Bürgertreff betreibt sie die "Alltagspause" in der Schlossmacherstraße, den "Er-Sie-Es-Second-Hand-Shop" in der Kaiserstraße und "Rund ums Haus" am Gaswerk.

Viele unterschiedliche Projekte, zu denen fünf weitere in Wipperfürth gehören. Ein facettenreiches Aufgabengebiet, auf das die seit dem 1. September tätige Geschäftsführerin Anne Loth ein Auge hat. Die 43-jährige Sozialwirtin kommt aus dem sozialpädagogischen Bereich und war in der Kinder- und Jugendhilfe und als Personalleiterin tätig. Seit vier Jahren wohnt sie in Wipperfürth und freut sich auf ihre neue Aufgabe als Geschäftsführerin. "Ich bin ja erst seit 14 Tagen dabei", erzählt die gebürtige Papenburgerin. "Noch verschaffe ich mir einen Überblick über die verschiedenen Projekte der ökumenischen Initiative." Danach sieht sie es als ihre Aufgabe an: "Zu erhalten, was da ist und zu gucken, wo es weitergeht." Dabei sieht sie als eine besondere Aufgabe die Betreuung der Flüchtlinge an. Das möchte sich auch die ÖkuIni auf ihre Fahne schreiben. Schon heute laufen die ersten Überlegungen, wie die Integration der vielen internationalen Neubürger nach der Erstaufnahme erfolgen kann. "Wir denken dabei in Zeiträumen von zwei bis drei Jahren", sagt Anne Loth. "Vor allem wollen wir dabei die soziale Komponente immer im Auge behalten. Sich gegenseitig auszutauschen und sich in die Projekte einzubringen, das ist unser Ziel."

Weitere Ziele des Bürgertreffs sind es, die Kooperation mit anderen Vereinen auszubauen und mehr Ehrenamtler zu finden. "Wir können die Räume zur Verfügung stellen, brauchen aber für weitere Angebote auch Hilfen, um sie umsetzen zu können", sagt Karola Johnen. Dabei denkt sie zum Beispiel an Deutschkurse für Flüchtlinge, denen sie zwar Platz, aber keine Lehrkräfte stellen kann. Für die Leiterin des Bürgertreffs ist die weitere Planung neuer Kurse oder Treffpunkte keine Schwierigkeit, auch wenn die Räume aktuell alle verplant sind. "Das ist nur eine Sache der Terminplanung und Organisation", ist sie sich sicher. Mit dem nötigen finanziellen Rückhalt, der Hilfe von weiteren Ehrenamtlern und der Renovierung der Räumlichkeiten sieht sie für den Bürgertreff eine gute Zukunft.

Quelle: RP
 
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