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Radevormwald
Der letzte Auftritt als Jahrgangsstufe

Radevormwald: Der letzte Auftritt als Jahrgangsstufe
Nachdem sie vor einigen Tagen ihre Abschlussnoten Noten erhalten hatten, feierten sie am Wochenende das Schulende. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Radevormwald. 68 junge Frauen und Männer erhielten am Samstag ihre Hochschulreife-Zeugnisse. Anschließend wurde in der "Alten Drahtzieherei" in Wipperfürth gefeiert. Die Schüler waren sich einig: Es waren acht unvergessliche Jahre am THG. Von Cristina Segovia-Buendía

In einem feierlichen Rahmen erhielten am Samstag 68 vor Glück strahlende Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums ihre allgemeinen Hochschulreife-Zeugnisse überreicht. Die alte Drahtzieherei in Wipperfürth verwandelte sich dabei in einen dezent, aber schön geschmückten Ballsaal, wo mehrere hundert Gäste, Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde sowie Teile des Lehrerkollegiums im Anschluss an die offizielle Zeugnisvergabe, gemeinsam mit den Abiturienten bis weit in die Nacht fröhlich feierten.

Es war ihr letzter Gang: Noch einmal würden die 68 jungen Frauen und Männer, fein herausgeputzt in wunderschönen Abendkleidern und eleganten Anzügen, vor den Augen ihrer Eltern und Lehrer gemeinsam als Stufe auftreten, nach monatelangen Strapazen glücklich und voller Erleichterung endlich ihr hart erarbeitetes Abitur in den Händen halten. Entsprechend nervös positionierten sich die Abiturienten vor den Türen des Saales, wo sie bereits alle Gäste erwarteten. Als die Musik erklang, ging es los - den ausgerollten roten Teppich entlang durch den Saal, an den Gästen vorbei in Richtung Bühne, vor der sie Platz nahmen.

Schulleiter Matthias Fischbach-Städing: "Ihr habt über eine lange Strecke auf diesen Tag hingearbeitet und könnt heute zurecht sehr stolz darauf sein. Denn es ist nicht einfach, dieses Ziel zu erreichen." Wie es sich für die Ansprache eines Schulleiters gehört, gratulierte er nicht nur, seinen Abiturienten wollte er auch etwas Wertvolles für den weiteren Lebensweg mitgeben und sprach daher über Bildung als lebensverlängernde Maßnahme und beendete seine Rede mit den Worten: "Behaltet das Theodor-Heuss-Gymnasium in guter Erinnerung, denn die Zeit, die ihr hier verbracht habt, wird zu den angenehmsten Jahren eures Lebens gehören, ob ihr es glaubt oder nicht."

Wesentlich persönlicher fiel die bewegende Rede ihres Beratungslehrers Hannes Ettwig aus, obwohl er zunächst mit einer Fabel von Franz Kafka begann. Nahezu zeitgleich hatte der Lehrer für Geschichte und Philosophie mit den Abiturienten seine Karriere am THG gestartet. "Alles begann damit, dass ich im Schuljahr 2007/2008 meine allererste Stunde bei euch unterrichtete. Dass ich nach meinem Referendariat am THG blieb, ist unter anderem euer Verdienst." Er habe viel mit und über sie gelacht, erzählte er, worüber wiederum die Abiturienten lachten. Er führte Anekdoten von konfiszierten Briefchen und Gegenständen an, die sich die rechtmäßigen Besitzer an diesem Tag offiziell zurückholen könnten, obwohl er zugab: "Ich würde sie auch gern als Erinnerung behalten." Am Ende wurde er philosophisch, sprach über den freien Willen, die Freiheit, die Wahlmöglichkeiten und die damit einhergehende Verantwortung, vor der die jungen Menschen nun nach ihrer Schulzeit stehen werden: "Ob es gut war oder schlecht - es war immer das, was ihr selbst gewählt habt."

Unter Jubelrufe trat Abiturient Jannis Huckenbeck auf die Bühne: "Es waren acht unvergessliche Jahre." Viele schöne Erinnerungen an Klassenfahrten und Ausflüge würden bleiben, Erinnerungen an Klausuren und Stress verblassen. "Was uns bleiben wird, sind die Anekdoten. Doch ab heute trennen sich unsere Wege. Also lasst uns noch ein letztes Mal richtig feiern."

Quelle: RP
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