| 00.00 Uhr

Radevormwald
Die Beigeordnetenwahl in Hilden sorgt für Ärger

Radevormwald: Die Beigeordnetenwahl in Hilden sorgt für Ärger
Sönke Eichner soll Beigeordneter in Hilden werden. FOTO: hertgen (archiv)
Radevormwald. SPD, CDU und Grüne haben sich auf Sönke Eichner geeinigt. Die anderen Fraktionen lehnen die Wiederbesetzung ab. Von Gökçen Stenzel

Heute soll der Hildener Stadtrat den Nachfolger des ausgeschiedenen Beigeordneten Reinhard Gatzke bestimmen. Der Radevormwalder ist in den Ruhestand gegangen. Gut möglich, dass er seinem designierten Nachfolger selbst empfohlen hat, sich zu bewerben: Sönke Eichner, der Neue, ist derzeit Schulamtsleiter in der Bergstadt - und kommt damit aus der selben "Schmiede" wie Gatzke selbst. Aus Radevormwald ist zu hören, dass es sich um einen "Guten" handelt, der dort eine große Lücke reißen wird. Wie auch immer: SPD, CDU und Grüne in Hilden haben sich im Vorfeld der Sitzung heute auf diesen einen Kandidaten geeinigt. Seine Wahl kann damit als sicher gelten, weil die drei über eine breite Mehrheit im Rat verfügen.

Die anderen Fraktionen dürften allerdings nicht mitstimmen - oder gegen Sönke Eichner die Hand heben. Sie lehnen die Wiederbesetzung der Stelle aus Kostengründen ab. Die FDP will sich offenbar bei der Wahl enthalten oder nicht anwesend sein. Verärgert über das bisherige Verfahren zeigte sich jetzt Ludger Reffgen: "Sollten Sie das Wahlverfahren tatsächlich in der beschriebenen Form praktizieren wollen, hätten meine Fraktion und ich rechtliche Bedenken", schreibt der Fraktionsvorsitzende der Bürgeraktion an Bürgermeisterin Birgit Alkenings. Informationen über den Kandidaten habe es vorab nur im Ältestenrat gegeben, in dem nur "eine Minderheit des Rates zugelassen ist. Die Mehrzahl der Ratsmitglieder - so auch zwei Mitglieder meiner Fraktion - waren von dieser Vorstellung ausgeschlossen", berichtet Reffgen weiter. Bei diesem Verfahren bleibe völlig unberücksichtigt, dass jedem Ratsmitglied umfassende Informationsansprüche über die Bewerber zustehen. Alkenings wies die Vorwürfe gestern zurück. "Das Verfahren war maximal transparent", sagte sie auf BM-Anfrage. "Alle Ratsmitglieder haben anonymisierte Listen mit den Bewerbern bekommen und konnten sich wünschen, wer einzuladen war."

Der Ältestenrat, dem Reffgen als Fraktionsvorsitzender angehört, habe dann zwei Kandidaten sehen wollen, einer werde heute dem Hildener Rat vorgestellt. "Auch die Bürgeraktion hätte Wünsche äußern oder sich die Bewerber im Vorfeld selbst anschauen können", sagte Alkenings. "Das hat sie nicht getan." Die Sitzung des Hildener Stadtrates beginnt heute, 17 Uhr.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radevormwald: Die Beigeordnetenwahl in Hilden sorgt für Ärger


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.