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Radevormwald
Die ersten 100 Tage des "Neuen" in Rade

Radevormwald: Die ersten 100 Tage des "Neuen" in Rade
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Radevormwald. Bürgermeister Johannes Mans ist heute genau 100 Tage im Amt. Als Unabhängiger hatte er im September die Wahl gewonnen. Jetzt zieht er eine erste Bilanz und blickt nach vorne auf die kommenden Wochen bis Ende Februar. Von Wolfgang Scholl

Als Unbekannter zog Johannes Mans Ende Oktober ins Rathaus ein. Beim Stichwort "erste Bilanz" sagt er, dass ihn "die Dimension in der Breite" beeindruckt hat. "Das sind für einen Bürgermeister vielfältige und komplexe Herausforderungen." Beeindruckend findet Mans den Zuspruch, besonders aus den Reihen der Selbstständigen, der Industrie-Unternehmer und der Vertreter von Vereinen. "Das motiviert", sagt er.

Beim Blick auf einzelne Aufgaben sagt der noch neue Bürgermeister, dass ihn die Breite der Problemlagen überrascht hat. Da gehe es um Kitas, um Schulen und sehr viele andere Themen, "und immer hat man im Hintergrund die schwierige Haushaltslage". Der Blick nach vorne: Da gelte es umso mehr, jede einzelne Kostenposition der Stadt auf den Kopf zu stellen.

Gelernt hat der frühere Leiter von sozialen Einrichtungen, dass man eher behutsam auf die Menschen zugehen und immer einen Kompromiss aufbauen muss. Dabei hat Mans für sich festgestellt, dass er noch tiefer in die Ablaufstrukturen einer Verwaltung schauen muss. Bei der Neuorganisation der Verwaltung, die seiner Meinung nach kommen muss, möchte er weiter viele Gespräche führen, damit er die Mitarbeiter überzeugen kann.

In den vergangenen Wochen hat der Bürgermeister auch den Kontakt zu den Politikern der Stadt intensiviert. Mans glaubt dabei, weitestgehend einen Konsens mit der Politik verhandeln zu können. "Es bleibt bei meinem Angebot, Probleme sachorientiert zu lösen. Dabei wird es kontroverse Positionen geben. Ich sehe mich aber weiter als Unabhängiger", sagt der Bürgermeister. Er glaube, dass die, die konstruktiv arbeiten wollen, mitziehen werden.

Die nächsten Wochen sieht Mans von der Schul- und Kita-Situation überlagert. Für beide Bereiche müssten jeweils passende Lösungen gefunden werden. "Entscheidend wird natürlich sein, wie sich die Eltern bis zum 24. Februar, dem letzten Anmeldetermin für die Sekundarschule, entscheiden werden", sagt er. Danach könne man die Raumstrukturen für die Schulen und die Kindergärten konkret erarbeiten. Das gelte für die Innenstadt und auch die Wupperorte. Mans sieht Ende Februar für sich und die Verwaltung als Zeitpunkt, ab dem konkret geplant und zeitnah verändert werden kann. "Wir müssen bei den Kindergartenplätzen zügig weiterkommen, ich sehe da aber gute Chancen", sagt Mans. Auch bei der Weiterentwicklung der Flüchtlingsbetreuung sieht der neue Bürgermeister Ende Februar als wichtigen Zeitpunkt an. Dann soll nach der Konzept- die Umsetzungsphase starten.

Als sehr wichtig bezeichnet Mans ein Gespräch mit niedergelassenen Ärzten und Vertretern des Sana Krankenhauses Mitte Januar. "Die medizinische Versorgungssituation ist derzeit gut - noch", sagt er. Auf Dauer schätzt er sie aber problematisch ein, wenn einzelne Ärzte zum Beispiel ihre Praxis aufgeben oder eine Nachfolge suchen. "Wichtig ist, dass wir das Thema gemeinsam angesprochen haben und sich die Akteure unterstützen wollen", berichtet Mans. Bisher hätte es solche Treffen in der Stadt nicht gegeben.

"Trotz der zahlreichen Gespräche und Probleme, die in den vergangenen Wochen in großer Breite aufgetaucht sind, anders machen würde ich eigentlich nichts. Dafür ist es aber auch noch zu früh, weil ich trotz der 100 Tage immer noch in der Anfangsphase meiner Arbeit für die Stadt bin", sagt Mans.

Die Zeit als Bürgermeister bezeichnet der 57-Jährige als ziemlich stressig, "mit wenig Freizeit. Die Arbeit macht mir aber Freude, so dass ich den Stress aber gar nicht als solchen empfinde".

Er gibt aber auch zu, dass er in nächster Zeit den Zeitfaktor für sich neu überdenken muss. "Innerlich fühle ich mich ganz gut", sagt er mit Blick auf seine Person.

Jeden Termin wird er in Zukunft aber wohl nicht mehr wahrnehmen können.

Quelle: RP
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