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Radevormwald
Die Gemüseflüsterin vom Jung-Stilling-Weg

Radevormwald: Die Gemüseflüsterin vom Jung-Stilling-Weg
Runde Möhren aus eigenem Anbau: Hanife Gülsen (r.), ihr Mann Celal und Hildegard Weiss züchten ihr eigenes Gemüse. FOTO: Treiber
Radevormwald. Viele Radevormwalder bauen Gemüse in ihren Kleingärten an. Auch Hanife Gülsen, die mittlerweile als Expertin gilt. Von Flora Treiber

Hanife Gülsen hat seit drei Jahren keinen Salat mehr gekauft. Seitdem sie ihren eigenen Garten in der Kleingartenanlage am Jung-Stilling-Weg hat, sind Gänge in den Supermarkt seltener geworden. Auf 330 Quadratmetern hat sie in den letzten Jahren alles angebaut, was für einen bunten und gesunden Salat gebraucht wird.

Hanife Gülsen und ihr Mann Celal verbringen jede freie Minute in ihrem Kleingarten, um die vielen Beete zu wässern, die Kontrolle über Licht und Schatten sowie über die Schädlinge zu behalten. Das türkische Ehepaar liebt es, sich gesund zu ernähren, und ist stolz auf die Vielfältigkeit ihres Gemüseanbaus. "Ich lese mir immer wieder neues Wissen über die Zucht von Gemüse an", sagt Hanife Gülsen. In der Kleingartenanlage ist sie bekannt für ihre süßen Tomaten, die scharfen Chilischoten, die runden und saftigen Möhren und die zahlreichen Kräuter, aus denen sie nicht nur Salat, sondern auch Tee macht.

Hildegard Weiss baut in ihrem Kleingarten in erster Linie Kartoffeln an und hat sich von Hanife Gülsen und ihrer Begeisterung für frisches Gemüse anstecken lassen. Jeden Tag erfährt sie Neues über den Anbau von Rettich und Gurken. "Hanife ist unsere Expertin auf dem Gebiet. Sie bringt sehr viel Wissen mit und gibt es innerhalb unserer Anlage weiter. Sie verschenkt auch sehr viel von ihrem Gemüse."

Der Großteil der 330 Quadratmeter ist tatsächlich Gemüse und Obst. Hier und da gibt es ein paar Blumen, aber in dem Garten der "Gemüseflüsterin" ist der überwiegende Teil essbar. Selbst die großen Sonnenblumen, die schon von weitem über die Kleingartenanlage strahlen, sind nicht nur Dekoration. "Wir lieben Sonnenblumenkerne und essen sie sehr viel. Es schmeckt und ist gesund."

Das eigene Essen selber anzubauen und wachsen zu sehen, ist für die Kleingärtner selbstverständlich. Sie wollen nicht auf die Ware aus den Supermärkten vertrauen, wenn sie selber genau wissen können, woher ihr Gemüse kommt und wie es gewachsen ist. Chemie gibt es in der Kleingartenanlage in Radevormwald kaum. "Ich lasse die Natur gewähren und greife nur im Notfall ein. Eigentlich weiß die Natur am besten was sie braucht."

Optimale Bedingungen schafft Hanife Gülsen mit der Hilfe von Planen, Sonnenschirmen und ihrem Gewächshaus. Gemüsesorten, die geschützt stehen müssen und Schatten mögen, sind abgeschirmt, die Gurken gedeihen in einem kleinen Gewächshaus, die Tomaten wachsen da, wo es am wärmsten ist. Auch die Beerensträucher von Hanife Gülsen gedeihen und wachsen in dem geschützten Umfeld gut. Diesen Sommer gab es in Radevormwald ein bisschen zu viel Regen und etwas zu wenig Sonne. "Letztes Jahr war die Ernte größer, aber wir kommen auch dieses Jahr zurecht und ernten das, was geerntet werden will."

Mit ihrem großen Gemüsegarten hat Hanife Gülsen einen Trend aufgegriffen, der in den letzten Jahren in vielen Kleingartenanlagen aufgekeimt ist. Eigenes Gemüse zu züchten und auf Nachhaltigkeit zu achten, wird immer wichtiger. "Das ist ein großes Thema hier bei uns. Eine bestimmte Fläche unseres Kleingartens müssen wir sogar mit Gemüse bestücken. Das ist verpflichtend, und das finde ich auch gut so", sagt Hildegard Weiss. Neben dem frischen Gemüse genießen die Kleingärtner ihre Gesellschaft. "Wir sind gute Freunde und beraten uns nicht nur in Fragen rund um den Garten, sondern auch bei allen anderen Dingen."

Quelle: RP
 
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