| 00.00 Uhr

Serie Ehemalige Erinnern Sich An Ihre Heimatstadt
Die Kindheit in Rade als Fundament fürs Leben

Serie Ehemalige Erinnern Sich An Ihre Heimatstadt: Die Kindheit in Rade als Fundament fürs Leben
Anna Doubek verließ ihre Heimatstadt Radevormwald mit Anfang 20. Sie ist dankbar für eine Kindheit in einem beschaulichen Ort. FOTO: doubek (privat)
Radevormwald. Zum Stadtjubiläum stellen wir Rader Persönlichkeiten vor, die sich gerne an ihre Heimatstadt erinnern. Heute berichtet Anna Doubek über eine unbeschwerte und glückliche Kindheit, auch wenn die Zeiten ärmer waren. Morgen Abend moderiert die Journalistin den Festabend im Bürgerhaus. Von Flora Treiber

Für Anna Doubek ist Rade ein Ort der Ruhe und Friedfertigkeit. Die Journalistin lebt jetzt in München und hat ihre Heimat mit Anfang 20 verlassen, kehrt aber regelmäßig zurück ins Bergische. Ihre Schwestern leben noch heute hier. "Wenn ich nach Rade komme, verbringe ich die meiste Zeit mit meiner Familie und bei Freunden, die ich schon seit meiner Kindheit habe", sagt sie.

1947 ist sie in Rade geboren und an der Kaiserstraße 38 aufgewachsen. Anna Doubek, geborene Schmale, ist für ihre Kindheit in einem beschaulichen Ort dankbar. "Die Zeit war das große Fundament für mein restliches Leben. Ich war als Kind frei und behütet. So eine Kindheit wünsche ich jedem", sagt die Journalistin. "Es war unbeschwert und glücklich, obwohl die Zeiten ärmer waren." Mit ihren Schwestern und Freunden spielte sie in den Höfen und Gärten rund um die Kaiserstraße. Die Lieblingsorte ihrer Heimatstadt sind eng an Personen und Zeitabschnitte in ihrem Leben geknüpft. "Meine beste Freundin wohnte in einem wunderschönen Haus an der Grabenstraße. Das war einer meiner Lieblingsorte. Dort war die Welt immer in Ordnung", sagt Anna Doubek. "Mit dem Vater meiner Freundin sind wir oft aufs Land gefahren. Er war Arzt und hat uns auf seine Hausbesuche mitgenommen."

Die Erinnerungen an die Freundschaft und die gemeinsamen Aktivitäten hat Anna Doubek nie vergessen. Als Kind kam ihr die Stadt nicht besonders klein vor. Die Relationen haben sich irgendwann allerdings verschoben. "Wenn man nach einer Zeit in der Großstadt wieder zurückkehrt, merkt man, wie kurz die Strecken innerhalb der Stadt sind. Als Erwachsener sieht man das alles mit anderen Augen." Nachdem sie ihre Heimat Richtung in Düsseldorf verlassen und ihre journalistische Karriere 1974 beim SWR startete, ist Anna Doubek meist an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern nach Hause gekommen. "Den langsamen Wandel vom dörflich Vertrauten zur Kleinstadt habe ich stark empfunden. Für Rade ist diese Entwicklung sicherlich gut gewesen", sagt sie.

Die enge Gemeinschaft zwischen den Bewohnern und die Lebensqualität in einer Kleinstadt weiß die Journalistin noch zu schätzen. "Die Menschen leben gerne in Rade. Sie sind zufrieden und genießen das Gefühl von Heimat, das die Stadt vermittelt", sagt sie. Die emotionale Bindung zu ihrer Heimat wird immer, alleine wegen ihrer Familie, bleiben. Heute wohnt Anna Doubek in München, arbeitet als freie Fernsehjournalistin, schreibt Bücher und unterrichtet an der Filmhochschule und Fernsehakademie. Zum Stadtjubiläum wird sie morgen, Freitag, die Festveranstaltung im Bürgerhaus für geladene Gäste moderieren. "Ich wünsche der Stadt, dass sie weiterhin glückliche Bürger hat. Das ist das Wichtigste."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Ehemalige Erinnern Sich An Ihre Heimatstadt: Die Kindheit in Rade als Fundament fürs Leben


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.