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Radevormwald
Die Vorteile einer Zwei-Mann-Fraktion

Radevormwald. Thomas Lorenz berichtet über seine Erfahrungen als Vorsitzender der RUA im Radevormwalder Stadtrat. Von Wolfgang Scholl

Fraktionsvorsitzenden-Demokratie. Dieses Wort ist für Thomas Lorenz, seit einem Jahr Vorsitzender der neu gegründeten Fraktion RUA (Rader Unabhängige Alternative) ein sehr entscheidender Begriff. Während Lorenz aus der CDU-Fraktion stammt, kommt Mitstreiter Klaus Haselhoff von der UWG-Fraktion. Als Sachkundige Bürgerin ist noch Renate Haselhoff Fraktionsmitglied.

"Ich habe jetzt mehr Einfluss als früher", sagt Lorenz ganz klar. Als Fraktionsvorsitzender ist er Mitglied des Ältestenrates. Dadurch habe ich die Möglichkeit, in dem Konzert mitzuspielen", sagt der 62-Jährige. Er habe jetzt auch nicht mehr Maulkörbe der Mehrheiten, sondern könne auch im Stadtrat und den Ausschüssen seine Meinung offen vertreten.

Thomas Lorenz sieht zwischen einer großen Bundestags- und in einer großen Ratsfraktion keinen großen Unterschied. Er bezweifelt, ob dieses Demokratie-Modell der Bestimmung durch die Fraktionsvorsitzenden oder -vorstände gut ist. "Wichtig ist für mich, dass wir beide an allen Ausschuss-Sitzungen beratend teilnehmen dürfen", sagt das ehemalige CDU-Mitglied. Er könne dadurch bestimmen, welchen Themen er sich besonders widmen wolle. Braucht man also noch die einfachen Ratsmitglieder? "Ja, einen Stadtrat zu haben, ist sinnvoll", sagt Lorenz. Alleine schon wegen der zahlreichen Aufgaben. Überlegen sollte man allerdings, ob ein Stadtrat dieser Größe notwendig ist.

Zum Ältestenrat, dem in der Stadt die Fraktionsvorsitzenden angehören, sagt Lorenz, dass dort viele Themen nicht parteipolitisch angesprochen würden. "Dort wird miteinander über Parteien hinweg diskutiert", sagt er. Die Entscheidungen würden letztlich dann die beiden großen Fraktionen treffen. "Ob ich, wie Klaus Haselhoff früher, in der kleinen UWG sitze oder bei RUA, das ist egal, weil der Einfluss gering ist, da die beiden großen Fraktionen die Mehrheit haben", sagt Lorenz. Er gibt aber zu, dass es in der Radevormwalder Politik derzeit im Grunde keine Kontroversen gibt, sondern alle an einem Strang ziehen. Probleme gebe es bei den wichtigen Themen nur in Nuancen. Als Beispiel nennt Lorenz die Schulpolitik, wo alle Fraktionen in den vergangenen Jahren in eine Richtung gearbeitet haben.

Wie zu Beginn der Wahlperiode angekündigt, wird der Rader Schulpolitiker Thomas Lorenz im kommenden Sommer nach drei Jahren seinen Vorsitz im Schulausschuss abgeben und an seinen Vertreter Harald Weiß (CDU) übergeben. "Das war zu Beginn der Wahlperiode in der CDU so abgesprochen und daran halte ich mich", sagt der 62-Jährige, der für seine ehrenamtliche politische Arbeit im Jahr 2016 ein sehr operatives Jahr sieht. In die 700-Jahr-Feier sei er stark eingebunden gewesen, in die verschiedenen Schulthemen und auch in das Thema der Sanierung des Bürgerhauses. Als Präsident der neuen Karnevalsgesellschaft "Kunterbund Rua Kapaaf" organisiert er mit dem Verein einige größere Veranstaltungen dort. Wie es in der Zukunft weitergeht, lässt Lorenz offen. Sein Mandat hat er bis 2020. 2019 werde er sich das Wahlgesetz anschauen und dann entscheiden, ob und wie es zur Kommunalwahl 2020 weitergeht mit seiner Fraktion RUA. Es sei befreiend, dass er jetzt nicht darauf achten müsse, was er nach der nächsten Wahl mache.

Quelle: RP
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