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Radevormwald
Die Zeit der Stress-Zigaretten hat für Mans jetzt ein Ende

Direkt nach seiner Vereidigung musste Neu-Bürgermeister Johannes Mans eine Ratssitzung leiten. Diese Arbeitsintensität ist geblieben. Seine Arbeit bezeichnet der 58-Jährige trotzdem als "eine tolle Arbeit". Dabei ist die Stadt zu seiner Stadt geworden. Mit Ehefrau Kornelia wohnt er weiter in einer Ferienwohnung, weil "es noch nicht gepasst hat". Sie ist wegen eines Wasserschadens am Haus in der Eifel in den vergangenen Monaten noch oft dort bei den beiden Söhnen, die Stadt ist aber auch für sie immer mehr zum Lebensmittelpunkt geworden. "Sie hat begonnne, beim Mittagstisch mitarbeiten", sagt Mans. Zu seinem Leben in Rade gehört die besondere Schlagzahl. "Das war im ersten Jahr ganz schön hart", gibt er zu. So hat er zu Beginn ab und an mal eine Zigarette geraucht. Mit den Wochen wurden es immer mehr. "Vor drei Monaten habe ich die Notbremse gezogen und aufgehört", sagt er, "trotz der hohen Belastung habe ich mich in meiner Art nicht verändert. Ich bin weiter ein offener Mensch, immer ansprechbar."

Kennengelernt hat er den Unterschied zwischen der Arbeit in einem Unternehmen und der in einer Verwaltung. "Als Bürgermeister lernt man die gesamte Bandbreite der Aufgabenstellung kennen", sagt der 58-Jährige. Im Unternehmen stehe Gewinnmaximierung im Vordergrund, in der Verwaltung seien Ergebnisse die Servicequalität. Zu Dienstleistungsunternehmen gebe es Vergleiche. Klar sei aber auch, dass bestimmte Bereiche einer Verwaltung nicht so einfach neu ausgerichtet werden können. Die Veränderung der Verwaltungsstrukturen zum April habe viel Kraft gekostet. Eine Alternative sieht der Bürgermeister nicht. "Das Thema musste kompromisslos angegangen werden. "Dabei tut es mir leid, dass man nicht alle Mitarbeiter mitnehmen kann." Die Optimierung von Arbeitsprozessen führe oft zu einer schwierigen Auseinandersetzung. Ob Mans in seiner Anfangszeit einen Welpenschutz genossen hat, mag er nicht beurteilen "Natürlich war es ein Neustart, mit großem Einarbeiten", sagt er. Er habe sofort begonnen zu versuchen, ein Stück weit Brücken zu bauen oder Probleme zu entschärfen und zu einer Versachlichung beizutragen. "Ich versuche, authentisch für Themen zu werben", sagt er.

Zu seiner persönlichen Einstellung gehört es, dass er möglichst viel präsent sein will. "Bei meinen Reden kann ich nicht immer in die Tiefe gehen, weil ich nicht überall tief drin stecken kann", schränkt er ein. Die Präsenz bei öffentlichen Veranstaltungen sieht der Bürgermeister positiv besetzt, weil er eine Vorbildfunktion einnehmen möchte. Besonders am Anfang ist Mans oft angesprochen worden. Dabei soll er manche Versprechungen gemacht haben. "Ich denke, ich wäge ab und erkläre, wo es realistische Chancen einer Umsetzung gibt. Ich möchte von meiner Person her nicht mehr versprechen, als ich auch halten kann", sagt er.

Gewählt ist er bis 2020, bis zur nächsten Kommunalwahl. Denkt er darüber hinaus? In der Arbeit gebe es das Tagesgeschäft, aber auch Bereiche wie den Haushalt, in denen man über 2020 hinaus denken müsse. "Ich bin kein Träumer, 2020 steht die nächste Wahl an", sagt Mans. Wie die Situation sein wird, das hängt für ihn davon ab, wie wohl er sich zu diesem Zeitpunkt fühlen wird. "Generell kann ich mir vorstellen, auch nach 2020 hier arbeiten zu können", sagt er.

Seinen Gutschein für einen Bungee-Jumping-Sprung hat er noch. "Ob ich den einlösen werde, das wage ich zu bezweifeln", sagt er und lacht. Eines hat er sich vorgenommen: "Ich will für mich in Zukunft einen Abend privat blockieren und ein wenig Sport machen."

(wos)
 
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