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Radevormwald
DLRG probt den Katastropheneinsatz

Radevormwald: DLRG probt den Katastropheneinsatz
Helfer bauen Ölsperren auf der Wasseroberfläche der Bever-Talsperre auf. FOTO: Andre Grutz
Radevormwald. Die Bever-Talsperre ist als Gebiet für eine Einsatzübung der DLRG-Bezirke Oberberg und Rhein-Berg auserkoren worden. In einer Kooperation bildeten sie 25 Katastrophenschutzhelfer aus. Von Johanna Schumacher

Großeinsatz an der Bever-Talsperre: Ein Lkw hat die Leitplanken des Beverdamms durchbrochen und liegt nun unter Wasser. Der Fahrer muss geborgen, auslaufender Diesel und andere Betriebsstoffe abgeschöpft werden. Diese Katastrophe ist an der Bever bislang noch nicht eingetreten und wird es hoffentlich auch nicht. Mitglieder der DLRG übten aber jetzt einen ähnlichen Fall.

Bei der Fachausbildung Katastrophenschutz der DLRG-Bezirke Oberbergischer und Rheinisch-Bergischer Kreis, die den Abschluss des Lehrgangs für 25 Teilnehmer bildete, die künftig für den Ernstfall bereitstehen, ging es um verschiedene Szenarien: So wurden unter anderem ein Überschwemmungsgebiet evakuiert, Patienten für den Rettungsdienst transportiert, Ölsperren für die Feuerwehr auf der Talsperre aufgebaut und diese bei der Bergung von Gefahrstofffässern unterstützt, sagte Sinan Kahl, Leiter der Verbandskommunikation der DLRG.

Als Ziel hatten sich die Lehrgangsleiter Arndt Peddenbruch und Jonas Biesenbach eine möglichst realistische Ausbildung gesetzt. Nur so sei es möglich, das Wissen rund um den Katastrophenschutz anschaulich zu vermitteln. "Aus diesem Grund gestaltete sich der diesjährige Lehrgang zum Helfer im Katastrophenschutz in NRW auch grundlegend anders, als es die Teilnehmer von anderen Ausbildungsveranstaltungen der DLRG bisher gewöhnt waren", sagte Sinan Kahl.

Bereits im Vorfeld der Übung waren Informationen zu einer anhaltenden Unwetterlage im Oberbergischen Kreis mit dem Voralarm durch eine simulierte Koordinierungsstelle der DLRG eingespielt worden. Nachdem der Einsatzbefehl eingegangen war, startete für den zusammengestellten Wasserrettungszug der Lehrgang am frühen Morgen an der Bever-Talsperre. Die Teilnehmer erhielten dabei Unterstützung durch erfahrene Katastrophenschützer und das Führungspersonal beider DLRG-Bezirke.

"Die Verschnaufpausen wurden genutzt, um Theorieeinheiten unterzubringen", berichtete Kahl. Schließlich sind für die Katastrophenschutzhelfer auch der theoretische Hintergrund zur Praxis, Strukturen während des Katastrophenschutzeinsatzes sowie Rechtsgrundlagen wichtig.

Koordiniert wurde die gesamte Übung wie im echten Einsatz von einem mobilen Einsatzwagen der DLRG. Kahl: "So konnte sich die Lehrgangsleitung im Hintergrund halten und neue Szenarien einspielen." Auch sonst sei für die Teilnehmer schwer auszumachen gewesen, dass sie sich auf einem Lehrgang befunden hätten: Die Verpflegung erhielten sie aus der Feldküche, und das Nachtlager wurde improvisiert in einer Lagerhalle aufgeschlagen.

Auch wenn es dieser Lehrgang in sich hatte, zeigte sich die Lehrgangsleitung mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden. "Alle Szenarien wurden fachlich korrekt abgearbeitet", versicherte der Leiter der Verbandskommunikation. "Und dabei wurde in Gruppen mit vorher unbekannter Zusammensetzung sehr teamfähig agiert."

Die Fachausbildung Katastrophenschutz stellte zudem den Abschluss einer ganzen Reihe von Vorausbildungen dar. Die Katastrophenschützer seien nun in beiden Kreisen fähig, zukünftig mit ihren Trupps in den Wasserrettungszügen (WRZ-NRW) der Bezirksregierung Köln mitzufahren und im Katastrophengebiet zu helfen.

Quelle: RP
 
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