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Radevormwald
Draisinen sind jetzt behindertengerecht

Radevormwald: Draisinen sind jetzt behindertengerecht
Ab sofort ist die neue Draisine im Einsatz. Darüber freuen sich Ingo Vogelsang und Niko Bogdanovic, Armin Barg, Celine Zahn, Monika Zierden sowie Frank und Cora Frohnhoff. FOTO: J. Moll
Radevormwald. Eine Fahrt auf der Draisine zwischen Wuppertal-Rauental und Radevormwald-Wilhelmstal war bislang mit einem Rollstuhl nicht möglich. Ab sofort gibt es jedoch barrierefreie Draisinen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Eine Fahrt auf der Draisine macht nicht nur fit, sondern auch viel Spaß. Das Vergnügen, sich auf den ehemaligen Bahngleisen zwischen Wuppertal-Rauental und Radevormwald-Wilhelmstal strampelnderweise fortzubewegen, können ab sofort auch Menschen im Rollstuhl genießen. Denn im Rahmen der Förderung durch das EU-Leader-Projekt hat der Verein Wuppertrail zwei rollstuhlgerechte Draisinen angeschafft.

"Im Prinzip funktionieren sie genau wie die normalen Vierer-Draisinen, allerdings kann man die Sitzbänke hinten abmontieren, und es sind Rampen für die Rollstühle integriert", sagte Armin Barg, Vorsitzender von Wuppertrail. Zwei Stück wurden angeschafft, an einer sind zudem noch Handpedale integriert: "Damit kann ein Mensch, der vom Becken an abwärts gelähmt ist, die Draisine per Hand betreiben", erklärte Barg. 15.000 Euro kosteten die beiden Draisinen, 6000 Euro wurden durch Leader gefördert.

Gestern wurde dann der erste Passagier im Rollstuhl transportiert. Die 14-jährige Cora Frohnhoff aus Radevormwald ist seit der Geburt stark entwicklungsverzögert, spastisch gelähmt und kann nicht sprechen. Aber es machte ihr offensichtlich Freude, auf der Draisine zu sitzen. Das konnte ihr Vater Frank deutlich sehen: "Cora ist ganz ruhig und interessiert, das ist für sie etwas ganz Neues", sagte der 47-Jährige aus Radevormwald. Für ihn ging es nun die 8,3 Kilometer bis Radevormwald und wieder zurück. Wenn Tochter Cora die Fahrt tatsächlich so gut gefallen sollte, wie es zumindest zu Beginn den Anschein machte, wolle er die Fahrten auf der Draisine von nun an regelmäßig machen: "Es ist ja immer schwierig, wenn man mit dem Rollstuhl unterwegs ist - selbst eine einfach S-Bahn-Fahrt ist mitunter sehr kompliziert", sagte er.

Von den behindertengerechten Draisinen hatte Frohnhoff über die Facebook-Seite von Wuppertrail erfahren: "Daher kannte ich das Angebot der Draisine bereits, und als dann veröffentlicht wurde, dass es ab sofort auch barrierefreie Draisinen geben soll, habe ich direkt gedacht, dass ich das mit Cora einmal ausprobieren will", sagte der 47-Jährige.

Celine Zahn vom Leader-Regionalverein Bergisches Wasserland freute sich auch über die gelungene Umsetzung des Förderprojekts. "Der Verein Wuppertrail hat uns angesprochen, sein Konzept für behindertengerechte Draisinen vorgestellt. Und wir haben dann bei der Bewerbung geholfen", sagte Zahn. Wichtige Förderkriterien seien zum einen, dass das Projekt innovativ ist, zum anderen, dass es eine gewisse Zahl von Menschen in der Region anspricht: "Beides haben wir bei diesem Projekt deutlich gesehen - und Leader hat das dann ja ähnlich positiv beurteilt."

Die beiden neuen Draisinen ergänzten den vorhandenen Fuhrpark ideal, sagte Barg: "Wir haben sieben Vierer-Draisinen, drei für fünf Personen und eine für sechs. Gefahren wird von Anfang März bis zum ersten Novemberwochenende." Wobei man überlege, baldmöglichst auch Sonderfahrten außerhalb der Saison anzubieten: "Etwa eine Nikolausfahrt im Dezember. Aber das ist noch in Planung", sagte Barg.

Ebenfalls noch nicht umgesetzt sei der zweite Schritt zur kompletten Barrierefreiheit der Draisinen, ergänzte der Wuppertrail-Vorsitzende: "Es wird noch einen rollstuhlgerechten Einstieg geben, dafür muss aber der Zuweg zum Einstieg noch gepflastert werden. Damit das gemacht werden kann, müssen jedoch noch Schwellen ausgetauscht werden." Man hoffe indes, das Vorhaben noch in diesem Jahr umgesetzt zu bekommen.

Quelle: RP
 
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