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Radevormwald
DRK-Adventsbasar mit großer Tradition

Radevormwald: DRK-Adventsbasar mit großer Tradition
Marlis Ronsdorf verkauft in erster Linie Strick- und Stickwaren: Die 82-Jährige war vor mehr als fünf Jahrzehnten die treibende Kraft, die den Adventsbasar in seiner heutigen Form entstehen ließ. FOTO: jürgen moll
Radevormwald. Marlis Ronsdorf hat den kleinen Weihnachtsmarkt vor mehr als 55 Jahren ins Leben gerufen. Noch heute sitzt sie an der Kasse und verkauft hauptsächlich Strick- und Stickwaren. Zum Grünkohl-Essen ist der Andrang immer besonders groß. Von Wolfgang Weitzdörfer

Der Duft von frischen Waffeln wechselt sich mit dem von Grünkohl ab. Beim Adventsmarkt des DRK-Ortsvereins Radevormwald, können es sich Besucher jedes Jahr aufs Neue so richtig gut gehen lassen. Und mit vollem Magen können sich die Gäste auch viel besser an den liebevoll dekorierten Verkaufsständen all die in Handarbeit hergestellten Waren ansehen und kaufen.

"Hauptsächlich haben wir Strick- und Stickarbeiten im Angebot, manchmal liefern wir sogar auf Anfrage - in diesem Jahr haben wir Gardinen für eine ältere Dame auf Maß genäht", sagt Elfi Helmich, die mit Marlis Ronsdorf am Eingang sitzt und neben der Kasse auch die Lose verteilt. Denn auch eine Tombola mit attraktiven Preisen gibt es beim DRK-Adventsmarkt.

Ronsdorf selbst ist vor mehr als 55 Jahren die treibende Kraft gewesen, die den Adventsmarkt in seiner heutigen Form entstehen ließ. "Ich bin 1960 nach Radevormwald gekommen. Damals gab es schon eine Frauengruppe im DRK, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Bettwäsche und andere Sachen des täglichen Bedarfs für die zahlreichen Flüchtlinge fertigte", erzählt die 82-Jährige. Wo es Bedarf gab, da wurde auch geholfen, sagt sie ernst. Und dabei wurde weniger auf Schönheit wertgelegt, denn auf Funktionalität. "Dann hat man aber angefangen, rund um Weihnachten wirklich schöne Ware zu produzieren, die wurde dann verlost", sagt Ronsdorf. Ihr sei dann jedoch aufgefallen, dass bei den Verlosungen oft die Verteilung der Gewinne nicht so sinnvoll war. "Also habe ich gesagt: Lasst uns doch einen Basar in der Vorweihnachtszeit veranstalten. Dann können die Leute für wenig Geld das kaufen, was sie auch brauchen", sagt Ronsdorf. Der Adventsbasar war geboren.

Man habe sich immer an dem orientiert, was gebraucht wurde - in diesem Jahr seien es vor allem Stofftüten, sagt Ronsdorf. "Wir wollen damit auch ein Zeichen gegen die vielen Plastiktüten setzen. Wer eine Stofftüte beim Einkauf dabei hat, braucht kein Plastik." Dazu gibt es Wollsocken in allen Größen und Farben, Bastelarbeiten, Filzschuhe, Taschentücher, Tischdecken, Pullover, Deckchen und Läufer. Das erwirtschaftete Geld floss bis noch vor wenigen Jahren einem guten Zweck zu. "Wir haben dann Pakete gepackt, die wir an bedürftige Familien oder alleinstehende Senioren verteilt haben", sagt Ronsdorf. Heute gehe das aber aus Datenschutzgründen nicht mehr. Die Einnahmen flössen nun in die Kasse des Ortsvereins, sagt der Vorsitzende Manfred Kaiser. "Wir stecken das Geld in die Bereitschaft und die Nachwuchsarbeit. Auch unser Vereinshaus muss unterhalten werden."

Das Grünkohl-Essen am Samstag gehört ebenfalls schon zur Tradition. "Da rennen uns jedes Jahr die Besucher die Bude ein", sagt Kaiser und schmunzelt. So auch in diesem Jahr. Neu dazugekommen ist das Mittagessen am Sonntag. "Wir haben Rinderbraten mit Klößen im Angebot. Es ist eine schöne Möglichkeit, gerade für ältere Alleinstehende, in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen", sagt der Vorsitzende. Und die seien ja auch die Hauptklientel des DRK.

Manfred Kaiser freut sich besonders über den Nachwuchs in der Bereitschaft. "Da hat uns die Flüchtlingssituation geholfen", sagt er. So seien etwa zwei Gymnasiastinnen, die in der Schule ehrenamtlich geholfen hatten, zum DRK gekommen, weil ihnen die Möglichkeiten an der Schule nicht reichten. "Und die beiden sind bei uns geblieben", sagt Kaiser.

Quelle: RP
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