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Radevormwald
Ein Familiengottesdienst im Grünen

Radevormwald: Ein Familiengottesdienst im Grünen
Pater Vincent Chacko führte die Messe in der Scheune durch. Im Anschluss segnete er die Tiere des Bauernhofs Wiesemann, die Kinder schauten interessiert zu. FOTO: Flora Treiber
Radevormwald. Die katholischen Kirchengemeinden aus Radevormwald und Hückeswagen feierten am Sonntag ein Erntedankfest in Obernfeld - in einer Scheune. Das Besondere daran war demnach der Bezug zur Natur und die Tiersegnung. Von Flora Treiber

Eine Kinder- und Familienmesse in einer Scheune zu organisieren, ist für die katholischen Kirchengemeinden aus dem Seelsorgeverband von Radevormwald und Hückeswagen jedes Jahr etwas Besonderes. Zum Erntedankfest ziehen sich die Gemeinden gerne auf einen traditionellen Bauernhof zurück, um Landwirtschaft und ihre Bedeutung besser zu verstehen. Der Bauernhof Wiesemann in Obernfeld bildete am Sonntag den Rahmen für die Kinder- und Familienmesse, zu der Gemeindereferentin Jutta Grobe einlud. Sie organisierte den Tag gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat und kümmerte sich um die Einrichtung der Scheune.

Während die Kühe genüsslich wiederkäuten und das ungewöhnliche Spektakel auf ihrem Hof beobachteten, erzählten Gemeindemitglieder die Geschichte von den Farben dieser Welt. Der Himmel und das Wasser sind blau, das Land grün, die Sonne gelb, das Unsichtbare lila - ohne das eine, macht das andere wenig Sinn.

"Wir wollen heute zeigen, dass wir aufeinander angewiesen sind. Nicht nur, um zu ernten, sondern auch für ein gutes Zusammenleben. Gott gibt uns den Regenbogen. Er ist ein Zeichen seiner Anwesenheit", sagte Jutta Grobe. Sie will den Zusammenschluss zwischen Radevormwald und Hückeswagen in Zukunft noch mehr fördern und in den Vordergrund stellen. Konkurrenzdenken soll keinen Platz mehr einnehmen. "Das kommt ja immer wieder vor. Umso wichtiger, dass wir uns bewusst werden, wie wir uns helfen können." Dass Ernte auch in der heutigen Zeit trotz Massenproduktion und technischem Fortschritt nicht selbstverständlich ist, zeigte die Messe eindrucksvoll. "Ohne das richtige Wetter kann keine Ernte gut werden. Gegen die Natur kommen wir nicht an. Mit Gottes Hilfe wird unsere Ernte erst gut", sagte Jutta Grobe.

Damit insbesondere die Kinder der katholischen Kirchengemeinden diesen Zusammenhang verstehen, ist die Messe in der Scheune wichtig. Pater Vincent Chacko führte die Messe durch und hatte für diesen Sonntag fröhliche Lieder und Bibelstellen herausgesucht. "Um Kindern Erntedank verständlich zu machen, muss man spielerisch an das Thema herangehen und viel singen", sagte er.

Im Anschluss segnete er die Tiere des Bauernhofs Wiesemann. Besonders den jungen Kälber des Hofes widmete er seine Aufmerksamkeit. Jonas, Dario und Denis beobachteten die Segnung gespannt. "Ich wusste nicht, dass man Tiere segnet. Das finde ich gut", sagte Jonas. Dem Elfjährigen gefiel die ungewöhnliche Messe, umgeben von Strohballen und Tieren. "Das war mal was anderes und hat richtig Spaß gemacht", sagte er.

Dario und Denis zogen mit Pater Vincent über den Hof und machten sich ihr eigenes Bild von der Tiersegnung. "Ich finde das interessant und die Kälber sind sehr niedlich", meinte Denis.

Nach dem offiziellen Teil der Messe kamen die Gemeindemitglieder zu einem warmen Imbiss zusammen, um den Erntedanksonntag gemeinsam ausklingen zu lassen. Jutta Grobe war dankbar für die große Beteiligung und das gute Wetter nach dem verregneten Samstag. "Wir hatten Angst, dass die Messe ausfallen muss, aber jetzt ist das Wetter und die Stimmung perfekt", sagte sie.

Quelle: RP
 
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