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Radevormwald
Ein halbes Jahrhundert für die Kirche

Radevormwald: Ein halbes Jahrhundert für die Kirche
Auch Nachfolgerin Manuela Melzer gratulierte Pastor Dietrich Menn zu 50 Jahren Ordination. FOTO: Michael Schütz
Radevormwald. Vor mehr als 14 Jahren ist Pastor Dietrich Menn (78) bereits pensioniert worden. Gestern gratulierten ihm Gemeindemitglieder und alte Weggefährten in der Kirche an der Burgstraße zum Jubiläum: 50 Jahre Ordination. Von Flora Treiber

Dass er einmal Pastor wird, war schon früh klar. Dietrich Menn ist in einem christlich sozialisierten Haushalt aufgewachsen. In Tübingen, Mainz und Wuppertal studierte er Theologie. Mit 28 Jahren dann wurde er Pastor, 1974 kam er nach Radevormwald, um die lutherische Gemeinde zu leiten. Gestern feierte er in der Kirche an der Burgstraße sein Jubiläum: 50 Jahre Ordination.

"Heute erinnere ich mich an all die Menschen, die ich getroffen habe, die mich bewegt und auf meinem Weg begleitet haben. Hier, in meiner Gemeinde, da fühle ich mich zuhause. Das ist ein warmes Gefühl", sagte er. Den Gottesdienst gestaltete er zusammen mit Pfarrerin Manuela Melzer, die 2002 seine Nachfolgerin wurde. Einen gemeinsamen Gottesdienst haben sie noch nie auf die Beine gestellt. "Die Vorbereitungen haben uns deswegen umso mehr Spaß gemacht. Es war toll, mit ihm zu arbeiten", sagte Melzer, die der Predigt ihres Vorgängers aufmerksam folgte. "Das ist für mich auch mal schön. Zuhören und ruhen", sagte sie.

Dietrich Menn ist immer noch, auch 14 Jahre nach seiner Pensionierung, ein fester Bestandteil der Gemeinde. Er wird von den Mitgliedern für seine Zuverlässigkeit und Herzlichkeit geschätzt.

Im Anschluss an das Abendmahl bedankten sich die Gemeindemitglieder noch einmal persönlich bei ihm und feierten das Ordinationsjubiläum. In seiner aktiven Zeit als Pastor hatte Dietrich Menn 1700 Mädchen und Jungen konfirmiert. An die meisten von ihnen erinnert er sich noch heute gut, er habe sie fest in sein Herz geschlossen.

"Man wächst zusammen", sagt er. "Wenn ich heute durch die Stadt gehe, begegnen mir viele bekannte Gesichter und man grüßt sich immer freundlich und aufgeschlossen." Genau aus diesem Grund ist er auch weiterhin in Radevormwald wohnen geblieben. "Ich wurde 1974 freundlich aufgenommen und habe mich schnell eingelebt. Das gibt man nicht auf", sagt der 78-Jährige, der ursprünglich aus Mönchengladbach kommt.

Wie viele Taufen und Hochzeiten er in seinem Leben durchgeführt hat, kann er nicht genau sagen. "Da habe ich wirklich den Überblick verloren, aber alle Gottesdienste waren schön." Aus der Routine gekommenist Dietrich Menn nicht.

Das merkte man gestern ganz deutlich. Seine Predigt und der Umgang mit den Menschen wirkten genauso souverän und aufmerksam, wie es immer der Fall gewesen ist. "Er hilft viel in unserer Gemeinde und auch in anderen springt er immer ein, wenn das Personal mal knapp ist, und er steht mir immer mit einem guten Rat zur Seite", sagte Pfarrerin Manuela Melzer. "Dafür bin ich sehr dankbar."

Bereits als sie die Gemeinde von Dietrich Menn übernommen hatte, konnte sie auf seine Unterstützung zählen. "Er ist ein Geschenk für uns alle", sagte Melzer. Der Festgottesdienst mit der anschließenden Feier nutzten viele Gemeindemitglieder, um ihren Pastor wiederzutreffen und ins Gespräch zu kommen.

Gemeinsam konnten sie mit ihm in Erinnerungen schwelgen und Pastor Menn an seinem Ehrentag gratulieren.

Quelle: RP
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