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Radevormwald
Ein Jahr Bürgermeister in Rade

Radevormwald: Ein Jahr Bürgermeister in Rade
FOTO: Moll Jürgen
Radevormwald. Vor einem Jahr ist Johannes Mans als Bürgermeister, als erster Bürger Rades und Chef der Stadtverwaltung, vereidigt worden. Zahlreiche Themen stürmten auf den "Neuen" ein und wurden erledigt, andere bleiben in der Zukunft aktuell. Von Wolfgang Scholl

RADEVORMWALD Die Situation der Wupperorte, herabgefallene Teile einer Decke der Grundschule Stadt, die Einführung der Sekundarschule, die permanente Haushaltskrise mit dem Ziel "Ausgleich im Jahr 2022" oder die Umstrukturierung der Verwaltung - das waren nur einige Themen, mit denen sich Johannes Mans beschäftigen musste. GRUNDSCHULE STADT Als die Deckenplatten Ende 2015 herabfielen, plädierte Mans zuerst dafür, in den Räumen der Grundschule Stadt einen Verwaltungsstandort einzurichten. Alternative ist jetzt der Plan, in den unteren Räumen eine Kindertagesstätte anzusiedeln. "Zum 28. Oktober werden wir den Antrag nach Düsseldorf schicken", sagt Mans. Bei der Grundschule wollte er Neues anstoßen. Negativ beeindruckte ihn "die Vehemenz des unsachlichen Gegenwinds". Er habe dem Druck nicht nachgegeben, vordergründiges Ziel sei aber nicht die Verwaltungszusammenführung, sondern möglichst bald neue Kita-Plätze bauen zu können. "Wir haben jetzt eine hohe Investitionskraft", sagt Mans. Mit der Nordstraße gebe es perspektivisch ein neues Domizil für das Jugendamt.

Im Wahlkampf hatte sich Mans gegen eine Bebauung ausgesprochen. Jetzt ist der Plan mit seiner Stimme verabschiedet. "Inhaltlich hätte ich das neue Gebiet nicht angefasst, die geringe Anzahl der Wohnplätze sehe ich weiter als Problem an", sagt er. Für die Kinder und Jugendlichen gebe es jetzt den offenen Kollenberg. Hauptargument sei, dass das Verfahren angestoßen gewesen war, "und wir in der aktuellen Haushaltssituation dringend Geld brauchen".

Die Einführung der Sekundarschule, den Erhalt der Bauaufsicht und die 700-Jahr-Feier sieht Mans als große Erfolge an. "Beim Jubiläum sind wir bei null gestartet." Auch die Umstrukturierung der Verwaltung sieht der 58-Jährige als Erfolg. Auf dieser Arbeitsgrundlage sieht er den Haushaltsentwurf, der eingebracht wird. Dort gebe es Einsparungen, Arbeitsgebiete würden zusammengeführt. Bei der Gebäudewirtschaft sei man im Entwicklungsprozess. So schwebt Mans vor, in enger Anbindung an den Betriebshof Handwerkerteams zu bilden, um nicht alle Arbeiten extern vergeben zu müssen. NIEDERLAGE Zwar keine Niederlage für sich, aber dem Bürger schwer zu erklären, das ist für ihn die Situation bei Wülfing. Bis Ende 2016 seien die aktuellen Themen abzuwickeln, die erste Stufe des Nacharbeitens der Rechnungen bis 2017. Unter dem Arbeitstitel "Wupperorte" soll inklusive Wülfing 2017 die Neuausrichtung erarbeitet werden.

Das hatte Johannes Mans in seinen Wahlkampf aufgenommen. "Wir verhandeln hinter den Kulissen über Alternativen. Für Ergebnisse ist es zu früh. Ziel soll es ein, bezahlbare Grundstücke für junge Familien anbieten zu können."

Das bleibt ein schwieriges Umfeld. Mans hat aber Hoffnung . Fördermittel auf verschiedenen Ebenen zu generieren, sieht er als wichtige Aufgabe an. Als Beispiele nennt er Leader und die Beteiligung am NRW-Flächenpool. VERFAHREN FÜR DEN WUPPERMARKT Eine Hoffnung setzt der Bürgermeister auf Landrat Jochen Hagt, der Hilfe zusagte. Fakt für ihn auch: "Wir brauchen ein Gesamtkonzept, zum Beispiel mit der Antwort auf die Frage, welche Gebäude man für Sozialaufgaben nutzen kann." Auch der Ärzteversorgung wende man sich zu. Schon 2017 gebe es Ergebnisse.

Der nächste Haushalt ist der erste von Johannes Mans. Jede Position sei erstmals auf dem Prüfstand gewesen. Ein Glücksfall sei, dass die Stadt hohe Steuereinnahmen habe. Als Probleme hat er die Ausgabeseite erkannt. "Wir versuchen, die Interessen der Unternehmen zu vertreten".

"Ich glaube, dass wir dieses Gefühl, das ich im Wahlkampf angesprochen hatte, in der Stadt nach vorne gebracht haben." Mans sieht das nicht nur für die Stadt. Er betont das "Wir" und meint damit den Beigeordneten Frank Nipken, die Amtsleiter und auch die anderen Verwaltungsmitarbeiter.

Quelle: RP
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