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Radevormwald
Ein Museum zum Anfassen

Radevormwald: Ein Museum zum Anfassen
Insgesamt 33 Exponate umfasst die Ausstellung, die Julica Schwenkhagen nun zeigt. FOTO: J. Moll
Radevormwald. Die Ausstellung "Optica" der Radevormwalder Künstlerin Julica Schwenkhagen wurde am Donnerstagabend in der ehemaligen Tuchfabrik Wülfing eröffnet. Sie ist noch bis zum 31. März zu sehen. Optische Täuschung ist das Kernthema. Von Wolfgang Weitzdörfer

Wer hat eigentlich gesagt, dass Kunstausstellungen immer nur langweilig sein müssen und man absolut nichts anfassen darf? "Ich habe diesbezüglich ein echtes Aha-Erlebnis gehabt, als ich mit 16 Jahren im Deutschen Museum in München gewesen bin", sagt Julica Schwenkhagen. Am Donnerstagabend hat die 33-jährige Bühnenbildnerin aus Radevormwald ihre erste Ausstellung in den Räumlichkeiten des Gewerbeparks Bartels in der ehemaligen Tuchfabrik Wülfing eröffnet.

"Optica" heißt die Ausstellung und ist ganz klar als "Ausstellung zum Anfassen" deklariert. Das heißt, dass man natürlich gucken muss, schließlich dreht es sich bei den insgesamt 33 Exponaten um kleine und größere Experimente rund um die Themen Optik und Illusion. "Aber es ist ausdrücklich erwünscht, dass die Besucher die Exponate anfassen und ausprobieren. Denn nur dann kann man die Illusionen und Effekte auch erkennen", betont die 33-Jährige.

Und es gibt eine Menge zu entdecken in der großen ehemaligen Fabrikhalle: Das größte Objekt steht in der Mitte und erinnert an einen halbierten Fußball, bei dem nur die Sechsecke als Rahmen zu erkennen sind. Hergestellt hat Schwenkhagen die Exponate alle selbst. "Die Idee ist mir im Nachgang zu den beiden sehr erfolgreichen Ausstellungen zu Hundertwasser und Da Vinci gekommen. Ich habe bei beiden mitgearbeitet und mir dann im Gespräch mit Christian Bartels überlegt, ob nicht auch die Ausstellung einer lokalen Künstlerin eine gute Idee wäre", sagt Julica Schwenkhagen. Bartels sagte das Konzept zu. Und so hat sie unmittelbar mit der Konzeption begonnen: "Das war im Juni vergangenen Jahres. Ich war damals noch in Saarbrücken in befristeter Anstellung. Da habe ich die ersten Ideen gesammelt und aufgezeichnet", sagt die Radevormwalderin. Konkret an der Umsetzung gearbeitet hat sie in den vergangene drei Monaten. "Und das von morgens sieben an und oft bis nach Mitternacht", wie sie schmunzelnd ergänzt.

Die optische Täuschung ist das Kernthema der Ausstellung. So gibt es etwa einen Hohlkasten, in dem ein Papphund sitzt, der einen im Vorbeigehen mit den Augen verfolgt. Oder eine sogenannte Escher-Box, die an die Werke des berühmten niederländischen Grafikers M.C. Escher angelehnt ist: "Wenn man richtig durch den Holzring guckt, klappt plötzlich der Boden weg", erklärt Schwenkhagen. Und weil in ihrer Ausstellung das Ausprobieren ganz weit vorne steht, ist die erklärte Zielgruppe auch eher jüngeren Alters: "Klar, ich hoffe, dass besonders viele Kinder zu uns kommen werden. Museum muss nicht nur langweilig und trocken sein, es kann auch Spaß machen."

Auch Ehemann Roland Schwenkhagen ist begeistert von dem, was seine Frau da auf die Beine gestellt hat. "Julica hat die eindrucksvolle Fähigkeit, in einen leeren Raum zu gehen und sofort zu sehen, was man aus ihm machen kann", sagt er.

Jetzt hofft Julica Schwenkhagen auf viele Besucher. Extra für Schulklassen hat sie einen Wartebereich eingerichtet: "Wenn zwei Klassen mit 60 Schülern gleichzeitig hier sind, muss man sich aufteilen. Dafür ist der Warteraum gedacht", sagt die 33-Jährige, die für ihre Ausstellung sogar eine Festanstellung in Darmstadt ausgeschlagen hat: "Ich wollte das jetzt unbedingt machen - und hoffe nun natürlich, dass es beim Publikum ein Erfolg wird."

Quelle: RP
 
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