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Radevormwald
Ein Wiedersehen 60 Jahre nach der Entlassung aus der Realschule

Radevormwald. Ein Wiedersehen sechs Jahrzehnte nach der Schulentlassung aus der Realschule Radevormwald feierten Ehemalige am Samstag im Restaurant Uelfebad. Eine muntere Runde hatte Platz genommen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Sichtlich neugierig auf einige alte Fotografien, zeigten sich die ehemaligen Realschüler, die einst streng nach Geschlecht in Mädchen- und Jungenklassen unterrichtet wurden. "Ach, zeigt doch mal.." war immer wieder zu hören. Hier wurde gerätselt, wer auf den winzigen Fotos abgelichtet war, dort wurde sich köstlich über das damalige Aussehen der Schüler amüsiert. Von Sigrid Hedderich

Auf ein Foto fiel ein besonderes Augenmerk: die große Klasse, fein gekleidet, beim Abschlussball der Tanzschule Böhlefeld. "Nein, nein, das Foto betrifft nicht die Schule. Es wurde privat von unserem Tanzkursus gemacht", stellte Horst Enneper gleich mit einem Lachen klar. In der Schule wurde Mathematik und Chemie gelehrt, zum Tanzen mussten die Schüler die Schule einmal wöchentlich wechseln. "Wir sind damals fast als komplette Schulklasse tanzen gegangen. Wir Jungen lernten das Tanzen dann mit unseren Klassenkameradinnen", erinnert er sich.

Jürgen Ferner hatte das Gruppenfoto vom großen Abschlussball mit zum Treff gebracht. Auch am Samstag war der Walzer und die Rumba wieder Thema beim Klassentreffen, 60 Jahre nach der Schulentlassung. Horst Enneper hatte zusammen mit Resi Guske und Gunhild Dörner das Klassentreffen organisiert. "Wir haben uns aber in der ganzen Zeit hin und wieder gesehen. Bestimmt sieben oder acht Treffen haben wir gehabt", sagte Enneper. Er erinnert sich an den Klassenlehrer Fritz Weitz noch sehr gut. Auch der geteilte Unterricht in den Nebenfächern blieb im Gedächtnis. Alle Hauptfächer jedoch wurden in großer Gemeinschaft von 51 Kindern gelehrt.

Die Klasse hatte einen eigenen Schulchor, der von Siegfried Bockelmann geleitet wurde. "Wir haben alle sehr gerne gesungen. Alle bekannten Volkslieder haben wir mehrstimmig gesungen und diese manchmal sogar bei Schulveranstaltungen zum Besten gegeben", sagte Enneper.

Am Samstag wurde zwar nicht gesungen, aber viel aus der alten Zeit erzählt. 23 ehemalige Schüler waren zum Klassentreffen gekommen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es am Nachmittag zu einer Führung durch das Asiatische Museum in Sieplenbusch.

Die meisten ehemaligen Schüler leben in Radevormwald oder in einer benachbarten Stadt. "So weit, wie heute Schüler bei Schulausflügen herumkommen, sind wir nicht gereist. Unsere Abschlussfahrt der Jungen ging nach Neu-Astenberg, die Mädchen fuhren nach Bad Godesberg", erzählt der Organisator. Zu der Zeit Mitte der 1950er-Jahre sei das Geld noch knapp gewesen. "Zu meiner Fahrt steuerte meine Tante etwas zu", erinnert sich heute Horst Enneper.

Quelle: RP
 
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