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Radevormwald
Eine politische Ausstellung an der Wupper

Radevormwald: Eine politische Ausstellung an der Wupper
Bürgermeister Dr. Josef Korsten eröffnete die Hundertwasser-Ausstellung im Gewerbepark. FOTO: Nico Hertgen
Radevormwald. 300 Exponate von Friedensreich Hundertwasser sind bis zum 30. November zu sehen. Bürgermeister Dr. Josef Korsten eröffnete mit einer provokanten Fragestellung den Abend im Gewerbepark Bartels. Von Flora Treiber

Zu beschwingten Saxofon-Klängen füllte sich Freitagabend die Hundertwasser-Ausstellung im Gewerbepark Bartels an der Wupper. Nach mehr als zwei Jahren Organisation und Planung wurde die Ausstellung endlich eröffnet. Ausstellungsorganisatorin Kerstin Rupin-Friedrichs begrüßte die Sponsoren, Organisatoren und Verantwortlichen der Ausstellung zu der festlichen Vernissage. "Wir haben uns viele Räumlichkeiten angesehen, und haben irgendwann diesen großzügigen Raum an der Wupper entdeckt. Ich bin sehr froh über diese Örtlichkeit", sagte Rupin-Friedrichs, von der "Galerie F".

Die Ausstellungsorganisatorin hat die 300 Exponate von Friedensreich Hundertwasser gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) nach Radevormwald geholt. "Hartmut Behrensmeier und Michael Langenau haben für die Ausstellung gekämpft. Ich bin Ihnen sehr dankbar", sagte Rupin-Friedrichs.

Bürgermeister Dr. Josef Korsten regte mit seiner Begrüßung zum Nachdenken an. "Ist eine Ausstellung in dieser Zeit passend? Während Tausende Menschen aus ihrem Heimatland flüchten müssen, beschäftigen wir uns in diesem Moment mit Kunst. Schotten wir uns von Problemen ab?", fragte er die Gäste der Vernissage provokant. "Hundertwasser war ein sehr politischer Künstler und hat sich für Menschenrechte, gegen Aufrüstung und Ausländerfeindlichkeit eingesetzt. Mit dieser durch und durch politischen Ausstellung wenden wir uns nicht ab. Diese Ausstellung ist passend", sagte Korsten und erinnerte daran, unter welchen Gesichtspunkten diese Ausstellung betrachtet werden sollte.

Er bedankte sich ebenfalls bei der WFG, den Inhabern der Räumlichkeit, Uwe und Christian Bartels, und den Sponsoren der Ausstellung. Nach dem offiziellen Teil der Vernissage ließen die Gäste die Kunstwerke auf sich wirken, die nach Themenschwerpunkten angeordnet sind. Der Rundgang beginnt mit einer Fotogalerie, die Einblicke in Hundertwassers Privatleben gewährt. Stark vergrößerte Polaroids zeigen ebenfalls ein Stück Privatwelt des Künstlers.

Eine Zeitreise durch die Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten stellen die grafischen Werke Hundertwassers dar, die zwischen 1951 und 2000 entstanden sind. "Er hat sich für den technischen Fortschritt interessiert und ihn für sich und den Rest der Welt genutzt. Durch die hohen Auflagezahlen waren seine Werke für jeden zugänglich", sagte Rupin-Friedrichs.

Unter der Überschrift "Gegen den Rationalismus in der Architektur" zeigt die Ausstellung die architektonischen Werke Hundertwassers, in der man seine schillernde Handschrift auf Anhieb wiedererkennt. Seine japanischen Holzschnitte, die Farbentwürfe auf Seidenfoulards, die Farbradierungen und die Plakatwerke bilden die Vielseitigkeit des Künstlers ab. Intime Einblicke in seine Gedankenwelt, verraten sogenannten "Doodles". Die Kritzeleien, die während Telefongesprächen entstanden sind, überzeugen durch ihre Authentizität.

Quelle: RP
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