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Radevormwald
Eine "Waldweihnacht" mitten in der Natur

Radevormwald: Eine "Waldweihnacht" mitten in der Natur
Für die Waldweihnacht hatte die reformierte Kirchengemeinde eigens zwölf neue Petroleumleuchten gekauft. FOTO: hertgen
Radevormwald. Mehr als 60 Teilnehmer nahmen an der Premiere teil, zu der die reformierte Kirchengemeinde einlud. Von Flora Treiber

Laternen spendeten Licht, als sich mehr als 60 Gemeindemitglieder der reformierten Kirche am Waldrand nahe der Erlenbacher Straße trafen. Die Gemeinde lud zum ersten Mal zu einer Waldweihnacht ein, zu der Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen. Gemeinsam erlebten sie die Ruhe des Waldes, sangen Weihnachtslieder und lauschten den Worten von Pfarrer Dr. Dieter Jeschke. Er hatte die Idee zu der Waldweihnacht und wollte die Atmosphäre der Heiligen Nacht in direkter Verbindung zur Natur greifbar machen.

"Heute Abend geht es nicht um viele Worte, sondern um Ruhe", sagte Jeschke. Handys blieben ausgeschaltet - und auch auf Taschenlampen wurde größtenteils verzichtet, denn für die Waldweihnacht hatte die Kirche eigens zwölf neue Petroleumleuchten gekauft. "Diese Lampen sind eine nachhaltige Anschaffung, weil wir sie Weihnachten auch um unsere Kirche herum aufstellen und jedes Jahr für die Waldweihnacht benutzen können", sagte Presbyterin Jutta Bremer. Sie hatte den Waldweg an der Erlenbacher Straße herausgesucht.

"Auf dem Wanderparkplatz können die Autos parken, und ein Waldweg führt geradeaus auf eine Lichtung", sagte sie. Nachdem die Musiker des Posaunenchors Remlingrade das erste Weihnachtslied angestimmt hatten und Jeschke wenige Zeilen aus der Bibel (Jesaja) vorgelesen hatte, wanderten die Teilnehmer vereint in den Wald. "Der Mond wird uns begleiten. Guckt hin und wieder in den Himmel", forderte Jeschke die Teilnehmer auf. Schweigsam schlängelten sich die Menschen durch den Wald, nahmen problemlos Hindernisse wie Pfützen und Wurzeln und wurden vom Rauschen des Waldes und der Bäche geleitet.

Nach weniger als zehn Minuten Fußmarsch versammelten sich alle zur Waldweihnacht auf der Lichtung, um gemeinsam zu singen und weiteren Lesungen zu folgen. Auf Liedtexte verzichteten die Teilnehmer nicht nur aus Lichtmangel. "Ohne Textbuch konzentrieren wir uns mehr, lassen uns auf die Musik ein und fordern unser Gedächtnis", sagte Bremer. Nur der Posaunenchor hatte Noten dabei, die er mit Kopflampen ausleuchtete. "Es ist ein Ros entsprungen", "Zu Bethlehem geboren" oder "Tochter Zion", die Gemeindemitglieder sangen die Adventslieder auch ohne Textbuch sicher und genossen die besinnlichen Minuten.

Im Gegensatz zum eher ruhigen Hinweg, begleitete der Posaunenchor dann den Rückweg mit weihnachtlichen Melodien. Die Blechbläser waren bis zum Wanderparkplatz zu hören. Glücklich über diese pure Andacht im Wald verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander.

Quelle: RP
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