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Radevormwald
Einflussreicher Unternehmer nimmt Abschied

Radevormwald. Harald Pflitsch aus Dahlerau, lange Jahre Geschäftsführer von Pflitsch, wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet.

Harald Pflitsch hielt es mit dem deutschen Schriftsteller Theodor Fontane: "Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen." Entsprechend bedankte sich der Unternehmer aus Dahlerau bei allen, die ihn in Hückeswagen viele Jahre begleitet und unterstützt hatten. Besonders dankte er seiner Frau Marie-Luise, die ihn viele Jahrzehnte mit der Firma habe teilen müssen.

Im April war Harald Pflitsch nach langer erfolgreicher Tätigkeit für das Familienunternehmen aus Hückeswagen zurückgetreten und hatte der vierten Generation - Roland Lenzing und Mathias Stendtke - die Aufgabe übertragen, die Firma erfolgreich weiterzuführen. Mitte der 60er Jahre war er bereits im Alter von 18 Jahren Gesellschafter des Unternehmens geworden, als sein Vater Hans-Georg starb. 1971 beendete Harald Pflitsch sein Wirtschaftsingenieurwesen-Studium an der TU Berlin nach acht Semestern, um ganz für das Unternehmen zu arbeiten.

"Da sein Onkel Otto Pflitsch, Erfinder des UNI-Dicht-Systems, wie sein Vater an Herzproblemen litt, war es an der Zeit, ihn tatkräftig zu unterstützen", heißt es in einer Pressemitteilung. Während Otto Pflitsch für den Betrieb, das Personal und die Finanzen zuständig war, widmete sich sein Neffe dem Verkauf und der Entwicklung der Produkte. "Er war es, der den zweiten Produktbereich der Kabelkanäle auf- und erfolgreich ausbaute."

1995 wurden Harald Pflitsch und seine Cousine Ute Pflitsch-Stendtke Geschäftsführer. Nach dem Tod von Otto Pflitsch 2002 erhielt dessen Tochter seine Anteile, und somit wurde Ute Pflitsch-Stendtke neben Harald Pflitsch Geschäftsführende Gesellschafterin. Da sie aber zwei Jahre später starb, kümmerte sich Harald Pflitsch als Geschäftsführender Gesellschafter mit Unterstützung eines Führungsteams um die Belange des Unternehmens.

"Dabei war er darauf bedacht, die Innovationskraft des Unternehmens voranzutreiben, aber gleichzeitig auch die Vergangenheit zu bewahren. Zum Beispiel mit einem Pflitsch-Museum", heißt es in der Pressemitteilung. Er war es auch, der stets betonte, dass die Bergische Region rund um Hückeswagen und Remscheid jede Menge kluge Köpfe und Erfinder hervorbrachte - und fasste diese in einer Liste der "Bergischen Erfinder" zusammen. Auch deshalb förderte Pflitsch Projekte wie den Verein "3-Städte-Depot", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, historische Objekte der bergischen Industriekultur zu bewahren.

Die Firma hat sich durch die Arbeit der drei Unternehmergenerationen seit langem - national wie international - als innovativer Technik- und Dienstleistungsexperte für Kabelverschraubungs- und Kabelführungssysteme etabliert und ist auf diesem Gebiet einer der Marktführer. Gleichzeitig war und ist der Mittelständler eng mit der Region rund um Hückeswagen verwurzelt und fördert soziale und kulturelle Projekte. So war Harald Pflitsch beispielsweise Mitinitiator des Berufskollegs Hückeswagen, das Schülern eine IHK-anerkannte Ausbildung plus Fachabitur sowie ein Vollabitur in drei beziehungsweise vier Jahren ermöglicht.

Bevor Pflitsch, der Anfang Mai seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte, endgültig in den Ruhestand verabschiedet wurde, würdigten noch einige Redner seine unternehmerischen Leistungen. Darunter waren der jetzige Geschäftsführende Gesellschafter Roland Lenzing, Bürgermeister Dietmar Persian und dessen Vorgänger Norbert Jörgens und Uwe Ufer.

(büba)
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