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Radevormwald
Eltern werden zu Märchenfiguren

Radevormwald: Eltern werden zu Märchenfiguren
Die Theatergruppe des Evangelischen Familienzentrums Kottenstraße feierte am Samstag mit ihrem neuen Stück im Bürgerhaus Premiere. FOTO: Schütz
Radevormwald. 13 Elternteile des Kindergartens Kottenstraße sind Teil einer Schauspielgruppe, die regelmäßig ein neues Theaterstück auf die Bühne bringt. Dieses Jahr steht "Schneewittchen und die sieben Zwerge" auf dem Programm. Von Flora Treiber

Märchen kommen nie aus der Mode und eignen sich für kinderfreundliche Theaterstücke. Aus diesem Grund hat die Theatergruppe des Kindergartens Kottenstraße "Schneewittchen und die sieben Zwerge" einstudiert und an der Umsetzung ein Jahr lange gearbeitet.

Am Samstag feierte die Gruppe Premiere im Bürgerhaus. Seit 30 Jahren leitet Ursula Seidler die Theatergruppe, in der ehemalige Eltern der Kita ihre Leidenschaft fürs Schauspiel ausleben können. Vor zehn Jahren war sie dort noch selber Erzieherin. Jetzt ist sie Regisseurin aus Leidenschaft und übernahm am Samstag außerdem noch die Rolle der Souffleuse. "Wir studieren jedes Jahr ein neues Stück ein. Alle zwei Jahre soll es ein Märchen sein", sagte sie.

Dass sie und ihre Schauspieler Premiere auf der großen Bühne im Bürgerhaus feierten, war eine Besonderheit, denn sonst führen die Eltern ihre Stücke im Wartburghaus auf. "Der große Saal ist natürlich etwas ganz anderes. Das macht mich schon nervös", gab Tanja Pett vor der Aufführung zu. Die 44-Jährige gehört seit 13 Jahren zu der Theatergruppe und spielt in dem neuen Märchen die Hauptrolle. Als Schneewittchen kämpft sie sich durch dunkle Wälder, trifft auf die sieben Zwerge und gerät in einen langen Schlaf.

Die drei Kinder von Tanja Pett sind alle in den Kindergarten Kottenstraße gegangen und haben dort einen wichtigen Teil ihrer Kindheit verbracht. Das wird die Mutter noch lange mit dem Kindergarten verbinden. "Ich engagiere mich gerne für den Kindergarten. Auch, wenn meine Kinder jetzt schon groß sind. Die Theatergruppe ist zu einem wichtigen Hobby geworden."

Während auf der Bühne und hinter dem geschlossenen Vorhang die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, kamen die ersten Kinder in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern ins Bürgerhaus und machten es sich bequem.

Die vierjährige Johanna geht in den Kindergarten Kottenstraße und wollte die Premiere am Samstag auf keinen Fall verpassen. "Kommen die Figuren auch ins Publikum?", fragt Johanna ihre Oma, die sie zu dem Theaterstück begleitet. "Wir verbringen ein Oma-Opa-Enkelin-Wochenende. Heute schläft Johanna bei uns, und den Tag wollten wir für einige Unternehmungen nutzen. Zum Beispiel für die Theater-Premiere", sagt Helga Lange-Luchtenberg. Mit ihrer Enkelin verfolgt sie das Märchen aufmerksam. Als die böse Königin alias Annette Hombrecher auf die Bühne tritt, kicheren die Kinder. Ihr Anblick, die lockige Perücke, das starke Make-up und der furchtlose Gang, amüsieren die Kinder. Auch Theresa und Antonia sind mit ihrer Oma, Ulrike Heidenpeter, ins Theater gekommen. Gespannt verfolgen die Kinder das Geschehen auf der Bühne. Dank einer guten Vorbereitung geht auf der Bühne alles glatt.

Andreas Schönhoff, der den dritten Zwerg spielt, hatte vor dem Beginn die letzten Stolpersteine aus dem Weg geräumt. "Man verhaspelt sich immer an der gleichen Stelle. Deswegen gehe ich manche Dinge noch einmal durch", sagte der 48-Jährige. Ralf Hombrecher hatte seinen Text ebenfalls bis zur letzten Minute in der Hand. Er spielt den heldenhaften Prinzen. Nervosität gehört bei ihm bei jeder Aufführung dazu. "Das werde ich wohl nicht verlieren. Obwohl ich seit sechs Jahren dabei bin, werde ich mich nie daran gewöhnen, auf der Bühne zu stehen. Aber es macht Spaß."

Quelle: RP
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