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Radevormwald
Entscheidung über GGS-Haus im Herbst

Radevormwald: Entscheidung über GGS-Haus im Herbst
Das Gebäude der ehemaligen Grundschule Blumenstraße bleibt erst einmal stehen. Die Kommunalpolitik wird wohl erst im Herbst über die zukünftige Nutzung des Geländes entscheiden. FOTO: hn- (Archiv)
Radevormwald. Für die Fläche der ehemaligen Grundschule Blumenstraße gibt es immer noch keine Entscheidung. Die Fraktionen wollen in den Sommerferien beraten, der Hauptausschuss könnte Anfang September weitere Beschlüsse fassen. Von Wolfgang Scholl

Die Zukunft der innenstadtnahen Fläche im Eckbereich zwischen Blumen- und Neustraße ist weiter offen. Das berichtete gestern Bürgermeister Dr. Josef Korsten aus der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates. Zuletzt hatte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema befasst.

"Es hat am Dienstagabend noch keine Entscheidung gegeben und damit auch keinen Verkauf", sagte Korsten. Den Ratsmitgliedern seien in beiden Sitzungen die Vorschläge mehrerer Interessenten vorgetragen worden. "Die Fraktionen haben jetzt zugesagt, sich mit dem Thema in den Sommerferien zu beschäftigen", sagte Korsten. Dem Vernehmen nach haben Investoren angeboten, ihre Vorschläge in Fraktionssitzungen vorzustellen. In der nächsten Sitzung Anfang September könnte dann über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Die Stadt hatte die Grundschule Blumenstraße im Sommer 2013 aufgegeben. Im Vorfeld hatte es umfangreiche Diskussionen um einen Verkauf und eine Bebauung gegeben, die aber ohne Erfolg blieb. Später hieß es, dass es lediglich einen potenziellen Investor gebe, der aber nicht ausreichend Geld an die Stadt bezahlen wolle. Ziel war es, Stadthäuser zu bauen und mit Seniorenwohnen und Mehrgenerationenwohnen zu verknüpfen. Von einem Verkauf nahm die Politik schließlich im ersten Halbjahr 2014 erst einmal Abstand. Als Handicap für einen hohen Kaufpreis erwies sich damals der Abriss der alten Gebäude.

Eine Wendung kam im Laufe des vergangenen Jahres, weil die Zahl der Flüchtlinge, die Radevormwald aufnehmen muss, eklatant stieg und weiter steigt. Da das ehemalige Schulgebäude an der Neustraße die einzige Fläche der Stadt war, die zur Verfügung stand, sind die Klassenräume der Neustraße inzwischen zu Unterkünften umgebaut worden. Aus Brandschutzgründen bleiben die Turnhalle und das Haus Blumenstraße unangetastet. Erste Flüchtlinge haben das Haus bezogen, die weiteren Räume werden bald fertiggestellt.

Damit rückte für die Stadt die Alternative in weite Ferne, das komplette Grundstück, wie ursprünglich geplant, in einem Schritt zu vermarkten. "Es ist alles offen", sagte der Bürgermeister. Dazu gehört auch die Entscheidung, das Grundstück als Komplex zu verkaufen oder es in einzelne Bereiche aufzuteilen. Die Technische Dezernentin Julia Gottlieb hatte vor einiger Zeit vorgeschlagen, den Investor vertraglich verpflichten, in Abschnitten zu bauen, zuerst den oberen Teil an der Blumenstraße und später den unteren Teil, wenn die Wohnungen für die Flüchtlinge nicht mehr benötigt würden.

Dazu sagte der Bürgermeister, dass es mehrere Varianten gebe. Eine davon sei auch, nur die obere Fläche zu vermarkten. Auf dieser Fläche steht neben dem alten Grundschulgebäude und zwischen zwei möglichen Baugrundstücken noch ein bewohntes Mehrfamilienhaus. "Die Entscheidung fällt letztlich die Politik", sagte Korsten. Die müsse sich darüber Gedanken machen, ob sie nur das Filetstück verkaufen wolle, mit der Gefahr, die untere Fläche später nur schwer vermarkten zu können. Oder ob sie an der ursprünglichen Idee festhalte und den Investor zu einer schrittweisen Vermarktung verpflichte.

Quelle: RP
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