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Radevormwald
Erinnerung an Konfirmation vor 80 Jahren

Radevormwald: Erinnerung an Konfirmation vor 80 Jahren
Zur Jubiläumskonfirmation trafen sich (v.l.): Hannelore Uellenberg, Georg Fenske, Helga Ebbinghaus, Dietmar Wendel, Renate Huckenbeck, Udo Schreck, Emilie Kreimendahl. Rechts Pfarrer Philipp Müller. FOTO: Schütz
Radevormwald. Acht Jahrzehnte nach ihrem Ehrentag feierte Emilie Kreimendahl am Sonntag im kleinen Kreis der Lutherischen Kirchengemeinde. Von Sigrid Hedderich

Die Erinnerungen aus ihren Kindertagen scheinen für die Jubilarin frisch zu sein. Mit einem Lächeln erzählt Emilie Kreimendahl, geborene Flüs, von der Zeit ihrer Konfirmation. "Der Unterricht war streng geregelt, und es wurde viel auswendig gelernt", sagt sie. Ihren Konfirmationsspruch aus dem Jahr 1936 kenne sie noch genau, das Blatt sei aber inzwischen sehr vergilbt.

Es sei festlicher Gottesdienst damals in der Kirche am Markt gewesen. Im Anschluss wurde im Familienkreis die Konfirmation gefeiert. "Uns konfirmierte damals Pastor Becker", erzählt Emilie Kreimendahl. Die 94-jährige Jubilarin betont, dass sie keinesfalls ein schwarzes Kleid trug. Ihr Konfirmationskleid sei festlich dunkelblau gewesen. Als älteste zweier Schwestern sei sie damals sehr stolz gewesen. Sogar kleine Geschenke gab es für das Mädchen. Darunter Sammeltassen aus gutem Porzellan.

Am Sonntag kam Emilie Kreimendahl zusammen mit ihrer Schwester Hannelore Uellenberg zur Jubiläumskonfirmation ins Wartburghaus. Vorausgegangen war ein Festgottesdienst mit Pfarrer Philipp Müller. Hannelore Uellenberg war nicht zur Feier als Begleitperson gekommen, sie selbst gehörte ebenfalls zu den Jubilaren. "Ja richtig, ich wurde genau 10 Jahre später als meine Schwester, also 1946 vom selben Pastor konfirmiert", berichtet sie. Auch ihr Kleid sei aus blauem Stoff gewesen, erinnert sie sich. "Meine Eltern mussten eine Gans opfern für den Kleiderstoff", erklärt Hannelore Uellenberg. Auch ihre Feier wurde im gemütlichen Familienkreis gehalten.

Sie überlegt, welche Geschenke sie damals von den Paten erhalten habe. "Viel war damals nicht möglich. Die Menschen waren nicht reich. So bekam ich tatsächlich von meiner Patentange Unterwäsche aus reiner Seide. Die Hose war riesig, das weiß ich noch", sagt die Jubilarin amüsiert. Sie habe diese edle Garnitur nie getragen. Die beiden Schwestern leben auch heute noch in Radevormwald und pflegen den Kontakt zu ihrer Kirchengemeinde. Das doppelte Jubiläum im Jubiläumsjahr der Stadt ist für beide etwas Besonderes.

Ähnlich freute sich auch Renate Huckenbeck über ihre runde Jahreszahl seit ihrer Konfirmation. Diese war am 3. April 1966, Palmensonntag bei Pastor Reuther. Damals gehörten 44 Jungen und Mädchen zu der großen Konfirmandengruppe. Renate Huckenbeck brachte zur Feier einige alte Aufnahmen mit. Ehemann Detlef Huckenbeck hatte sie extra für diesen Anlass neu abziehen lassen. Auf einem Foto sind einheitlich schwarz gekleidete Konfirmanden vor der alten Mauer am heutigen Parc de Chateaubriant zu sehen. "Wir Mädchen durften an diesem Feiertag zum ersten Mal Schuhe mit einem kleinen Absatz tragen. Wir waren so stolz und fühlten uns sehr erwachsen", erinnert sie sich.

Das Konfirmationskleid sei selbst genäht, der Kragen selbstgehäkelt gewesen. Gefeiert mit Großeltern und Paten wurde zuhause. Die Geschenke waren auf die spätere Aussteuer ausgerichtet. "Taschentücher mit gehäkelter Spitze und Handtücher gehörten auch dazu. Das war damals einfach so, auch bei den anderen Mädchen", erinnert sich Renate Huckenbeck.

Der Austausch, wie vor vielen Jahren eine Konfirmation gefeiert wurde, prägte die gemütliche Feier mit Mittagessen und Kaffee und Kuchen im Wartburghaus. Pastor Müller informierte über die heutige Unterrichtsform für Konfirmanden und zeigte Beispiele anhand einer Diashow.

Quelle: RP
 
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