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Radevormwald
Erster Evensong in Rade war ein Erfolg

Radevormwald: Erster Evensong in Rade war ein Erfolg
Sänger verschiedener Gemeinden trafen sich zu einem ökumenischen Singen in St. Marien. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Mitglieder von Chören verschiedener Kirchengemeinden trafen sich am Sonntag zu einem ökumenischen Konzert mit dem Titel "Evensong" in der katholischen Pfarrkirche St. Marien. Der Erlös geht an zwei Hospize und "Noh bieneen". Von Flora Treiber

Nach monatelanger Vorbereitung war der Evensong am Sonntag endlich da. Der ökumenische Gottesdienst zog zahlreiche Besucher in die katholische Kirche St. Marien an die Bischof-Bornewasser-Straße. Viele Musikfreunde wollten dem gemeinsamen Konzert der vier Chöre lauschen, die den Evensong erarbeitet hatten.

Der Chor der Martini-Gemeinde unter der Leitung von Matthias Tscharn, der Gemischte Chor St. Marien von Kantor Bernhard Nick und die beiden Chöre der Lutherischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Martin Scheibner gestalteten den Gottesdienst.

Unterstützt wurden die Sänger von dem Bläserensemble im Kirchenbezirk Rheinland-Westfalen der SELK (Dachverband Martini-Gemeinde), das von Thomas Nickisch dirigiert wird. Nachdem die Idee für den gemeinsamen Gottesdienst entstanden war, probten die Chöre einerseits selbstständig, organisierten aber auch mehrere gemeinsame Proben. Das erstaunliche Ergebnis bewegte die Besucher.

Nachdem die sechs Bläser den Nachmittag mit "Ein neuer Anfang" von Jens Uhlenhoff eröffnet hatten, rückten sich die Chöre an der Spitze der katholischen Kirche zurecht und sangen "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Bach, das Martin Scheibner dirigierte. Unter der hohen Decke der katholischen Kirche fanden all die unterschiedlichen Stimmen Platz und entfalteten sich zu einem Gesamtkunstwerk.

Nach dem Gebet, das vom gastgebenden katholischen Pfarrer Marc Dominikus Klein gesprochen wurde, machten Sänger und Bläser gemeinsam weiter. Ein Höhepunkt der ersten Hälfte des Evensongs war das "Vaterunser" in der Interpretation von Wolfgang Stockmeier. "Der Komponist verfolgt mit seiner Version die Absicht, dass es irgendwo auf der Welt immer mindestens einen Menschen gibt, der in diesem Moment das Vaterunser aufsagt. Seine Komposition nimmt die ganze Welt in sich auf, es ist ein sehr besonderes Werk", erklärte der Kantor von St. Marien, Bernhard Nick.

Passend zu den unterschiedlichen Zeitzonen und Momenten dieser Welt sangen die Chöre das Vaterunser ungleich, kamen aber wie in einer Art Schwarmintelligenz gemeinsam beim "Amen" an. "Beim Amen sind alle Menschen wieder vereint. Die Komposition ist schwierig, aber wir haben lange genug dafür geübt", sagte Nick. Gelohnt hat sich dieser Aufwand in jedem Fall.

Nach diesem beeindruckenden Programmpunkt spielten die Bläser "Eine feste Burg", die Chöre sangen "Richte mich Gott" und zusammen mit der gesamten Gemeinde "Magnificat" von Jaques Berthier. Während des Evensongs arbeiteten sich die Künstler durch zahlreiche Epochen. "Wir bilden eine musikalische Breite von circa 1550 bis zur Gegenwart ab", sagte Nick. Geschlossen wurde der Gottesdienst mit "Nun danket alle Gott" von Johann Krüger.

Die Kollekte des ersten Radevormwalder Evensongs geht an das Ökumenische Hospiz Radevormwald, das bergische Kinderhospiz Burgholz in Wuppertal und an den von Radevormwaldern mitgegründeten Verein zur Unterstützung behinderter Menschen "Noh bieneen" in Wipperfürth-Thier.

Quelle: RP
 
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