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Radevormwald
Erzbistum Köln verschlankt Strukturen

Erzbistum Köln verschlankt Strukturen
Die katholische Pfarrkirche St. Marien im Herzen der Innenstadt. Die anstehenden Veränderungen betreffen in erster Linie die Seelsorger, indirekt damit aber auch die Gläubigen. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Radevormwald. Statt der bisher etwa 50 Dekanate gibt es ab Mitte dieses Jahres im Erzbistum Köln nur noch 15 Stadt- und Kreisdekanate. Das bisherige Dekanat Wipperfürth geht im Kreisdekanat Gummersbach auf. Das betrifft auch St. Marien und Josef. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist eine größere Verschlankungsaktion, die in diesem Jahr im Erzbistum Köln stattfindet: Die bisherigen etwa 50 Dekanate werden auf 15 Stadt- und Kreisdekanate reduziert. Auch für die Katholiken in Radevormwald und Hückeswagen sowie für die beiden Gemeinden Lindlar und Wipperfürth, die ja bislang im Dekanat Wipperfürth zusammengefasst waren, bedeutet dies eine Umstrukturierung: Künftig sind alle oberbergischen katholischen Pfarreien und Seelsorgebereiche im Kreisdekanat Gummersbach organisiert.

Für die Gläubigen ändert sich nichts, sagt Pfarrer Marc D. Klein, Leiter der Pfarreiengemeinschaft Radevormwald/Hückeswagen, der bis zur offiziellen Auflösung als stellvertretender Dechant eingesetzt ist. "Da ja sowohl Pastor Stephan Pörtner aus Lindlar, der zuvor Dechant des Dekanats Wipperfürth war, als auch der Wipperfürther Pastor Thomas Jablonka nicht mehr in ihren Gemeinden tätig sind, war ich als einziger übrig und nehme als sogenannter Definitor die Aufgaben des Dechanten bis etwa Mitte des Jahres wahr. Dann nämlich wird die Umstellung offiziell umgesetzt", erklärt Klein auf Anfrage unserer Redaktion.

Mit den Aufgaben eines Dechanten habe die Gemeinde im Grunde nur wenige Berührungspunkte. "Ein Dechant ist eine Art Bindeglied zwischen der kirchlichen und der weltlichen Gemeinde, er ist primus inter pares unter den Pfarrern der dem Dekanat untergeordneten Gemeinden und so etwas wie deren Sprecher. Ernannt wird der Dechant vom Erzbischof", erläutert Klein.

Und der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki habe nun gesagt, dass die Dekanate verschlankt werden müssen. Klein sieht das wegen sinkender Priesterzahlen und größer werdender Seelsorgebereiche ganz ähnlich. "Man muss sich an die Gegebenheiten anpassen und sich strukturell verschlanken", sagt er. Zudem sei nicht jede Veränderung immer auch mit Wehmut zu betrachten.

"Die Strukturen müssen schließlich der Seelsorge dienen - und nicht andersherum. Es fällt nun das Dekanat Wipperfürth weg, von dem her ist dort vielleicht tatsächlich mehr Wehmut im Spiel. Meiner Meinung nach sind das aber Strukturen, die sich überlebt haben. Man muss vernünftig sein und neue Strukturen schaffen, die näher an der Realität sind", sagt er. Thomas Ufer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands der Wipperfürther Gemeinde St. Nikolaus, hatte vom "Ende einer guten Tradition" sowie "einem schmerzhaften Verlust" gesprochen.

Die Veränderungen betreffen in erster Linie die Seelsorger. Pfarrer Marc D. Klein sieht das gelassen und erklärt es an einem Beispiel: "Bisher gab es regelmäßig die sogenannte Recollectio, das ist ein Impulsvortrag mit geistlichem Inhalt, der im Haus der Familie in Wipperfürth für die Seelsorger aus dem bisherigen Dekanat Wipperfürth veranstaltet wurde. Nach der Zusammenlegung wird die Recollectio dann für alle Seelsorger aus dem Kreisdekanat Gummersbach, also den Pfarreien von Morsbach bis Radevormwald, in Marienheide stattfinden. Es sind dann einfach weitere Wege für die einzelnen Seelsorger", berichtet er.

Interessanter werde es da schon im Stadtdekanat Köln mit seinen 100.000 Katholiken, sagt Klein. "Der Stadtdechant ist dann nicht unbedingt zu beneiden, da das einfach riesige Strukturen sind, die er zu betreuen haben wird. Da bin ich durchaus gespannt, wie sich das dort in Zukunft entwickeln wird."

Quelle: RP
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