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Radevormwald
Erziehersuche kann zu einem großen Problem werden

Radevormwald. Die Suche nach Erziehern für die beiden städtischen Kindertagesstätten hat sich als nicht ganz so einfach herausgestellt, "ist inzwischen aber gelöst", sagt Schulamtsleiter Jürgen Funke, in dessen Aufgabengebiet auch die Betreuung der städtischen Kitas gehört. Bis Jahresende hilft sich die Stadt mit einer Kollegin aus dem städtischen Vertretungspool, der derzeit aber auf eine Person zusammengeschrumpft ist. Für die Herderstraße ("Sprungbrett") und die Kita Brede hatte die Stadt zuletzt jeweils eine halbe Stelle frei. Zwar war eine halbe Stelle ausgeschrieben und vier Bewerberinnen hatten sich gemeldet - die Person, für die man sich entschieden hatte, sagte aber ab, weil sie in einer Nachbarstadt fündig geworden war.

"Der Markt ist leer gefegt", sagt Funke. Außerdem seien Halbtagsstellen nicht so begehrt. Die Suchenden seien oft Mütter und nur zu begrenzten Stundenzeiten einsetzbar. Die Kita-Öffnungszeiten müssten aber bis 16 Uhr flexibel gestaltet sein. "Das wird wohl in Zukunft nicht besser", sagt Funke, der für die Stadt zum Herbst eine weitere Ausschreibungsrunde starten wird, weil zum 1. Januar 2018 für das "Sprungbrett" die halbe Stelle neu besetzt werden muss.

Dabei ist dem Schulamtsleiter bewusst, dass sich die Stadt in Konkurrenz zu zahlreichen anderen Kitas befindet. "Das Problem ist, dass die Ausbildung in den ersten beiden Jahren verschult ist und kein Geld einbringt und es erst im dritten Jahr, dem Anerkennungsjahr, eine Entlohnung gibt", sagt er. Da sei die Politik schnellstens gefragt, neue Wege zu gehen. Besonders vermisst Funke männliche Erzieher, weil Kinder auch männliche Bezugspersonen bräuchten. Auf 25 Frauen melde sich im Schnitt derzeit ein Mann.

Große Probleme sieht Funke, wenn in der nächsten Zeit der bedarf an U1- bis U3-Plätzen ausgewiesen ist. "Ich glaube, es wird dann noch schwieriger, qualifiziertes Personal für diese Gruppen zu finden", sagt der Schulamtsleiter. Das werde auch die nächste Kita-Bedarfsplanung zum Ausdruck bringen. Deshalb sei es wichtig, weitere Tagesmütter zu gewinnen, um die Betreuung von Kindern sicherzustellen, deren Eltern berufstätig sind.

Parallel zum Erziehermangel sieht Funke einen größer werdenden Lehrermangel. "Auch die Schulbehörden haben Probleme, frei werdende Stellen zu besetzen", sagt er. Deshalb sei es wichtig, ein gutes Umfeld zu schaffen, um Erzieher, Lehrer und Pflegekräfte überzeugen zu können, nach Rade zu kommen. In der Ausweisung neuer oder erweiterter Wohnbaugebiete sieht er einen Weg, in der Konkurrenz mit anderen Kommunen bestehen zu können.

(wos)
 
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