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Radevormwald
"Es geht um mehr als Kochen und Backen"

Radevormwald: "Es geht um mehr als Kochen und Backen"
Nadine Busch (Bildmitte) arbeitet in Ibbenbüren und ist in Düsseldorf ausgezeichnet worden. Beim Azubi-Wettbewerb siegte sie vor Isabelle Nientit (l.) und Leonie Dreesen. FOTO: Pahmeyer/Verband hauswirtschaftlicher Berufe
Radevormwald. Nordrhein-Westfalens beste Auszubildende im Bereich Hauswirtschaft, Nadine Busch aus Rade, beschreibt, wie vielseitig ihre Arbeit ist. Sie wehrt sich gegen Hausfrauen-Klischees und sagt: "Ich habe einen tollen Beruf gewählt." Von M. Eickhorn

Die Radevormwalderin Nadine Busch (18) ist von ihrer Ausbildung als Hauswirtschafterin überzeugt. Nach ihrem Abschluss an der Realschule wollten ihre Mitschüler gar nicht so recht glauben, welchen Weg die damals 16-Jährige beruflich einschlagen möchte. Hauswirtschaft brachten viele sogleich mit altmodischen Hausfrauen in Verbindung, die den ganzen Tag lang kochen, backen und putzen.

"Es gehört viel mehr dazu, zum Beispiel die Planung von Buffets und die Kalkulation von Kosten", stellt Nadine Busch klar. Der private Haushalt sei schließlich nur die kleinste hauswirtschaftliche Einheit. Der Raderin gefällt ihre Ausbildung auf dem Ibbenbürener Obst- und Gemüsehof Löbke mit Hofcafé, Hofrestaurant und Hofladen gut. Und sie lohnt sich. Busch, die ihre Lehre im kommenden Jahr abschließen wird, wurde kürzlich beim NRW-Landeswettbewerb in Düsseldorf zur besten Auszubildenden im Bereich Hauswirtschaft gekürt (BM berichtete) und qualifizierte sich für den Bundesleistungswettbewerb im März 2016.

Schon als Kind interessierte sich die Raderin neben dem Schwimmen bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft für das Kochen und Backen. Ihre Mutter, eine staatliche geprüfte Ökotrophologin (Ernährungswissenschaft) machte mit der Oma vor, wie es geht. "Ich wollte daraufhin eine Ausbildung zur Bäckerin machen. Bei einem Praktikum in einer Bäckerei merkte ich aber, dass mir diese Arbeit zu einseitig ist", sagt sie. So suchte sie in Radevormwald und Umgebung nach einer Ausbildungsstelle in der Hauswirtschaft. "Weil ich damals 16 war, waren die Jugendschutzbestimmungen leider überall zu hoch. Alle hätten sehr stark darauf achten müssen, dass ich die Arbeitszeiten und freien Tage einhalte." Die Landwirtschaftskammer vermittelte sie schließlich an den Obst- und Gemüsehof Löbke. "Ich hätte die Ausbildung auch gerne in Radevormwald gemacht, bereue aber nicht, weggegangen zu sein. Man verändert sich zum Positiven, wenn man auf eigenen Beinen steht", meint sie.

Ein Stückchen Heimat half der 18-Jährigen beim NRW-Landeswettbewerb jetzt weiter, als es hieß, die Teilnehmer sollen in Gruppen ein Buffet anrichten. Gemeinsam mit fünf anderen Mädchen aus verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens kochte sie "Pfefferpotthast", ein westfälisches, gulaschähnliches Gericht, das für den besonderen Geschmack mit Lorbeerblättern aufgepeppt wird.

Eine weitere Aufgabe bestand darin, anderen den Beruf genauer vorzustellen. Menschen, die denken, die Hauswirtschaft sei ein langweiliger Beruf, versucht Nadine Busch vom Gegenteil zu überzeugen. "Die Hauswirtschaft ist vielseitiger geworden. Aber noch üben mehr Mädchen den Beruf aus." Das zeigte sich auch beim NRW-Landeswettbewerb, für den sich die Teilnehmer mit guten Zwischenprüfungs-Ergebnissen bewarben. 22 Mädchen konkurrierten mit zwei Jungen.

"Nach meiner Ausbildung möchte ich gerne eine Weiterbildung zur Betriebsleiterin in Osnabrück absolvieren. Danach könnte ich Ernährungswissenschaften oder Ökotrophologie studieren. Vielleicht bleibe ich aber auch bei der Betriebsleiterin", sagt Nadine Busch über ihre Zukunftspläne. Die 18-Jährige kann sich gut vorstellen, später einmal in ihre Heimat zurückzukehren und ihre Qualifikationen in Radevormwald einzusetzen.

Quelle: RP
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