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Radevormwald
Es kriselt zwischen GGS und Verwaltung

Radevormwald: Es kriselt zwischen GGS und Verwaltung
Wird die Grundschule Stadt zum Schuljahresbeginn 2016/17 wieder an die Carl-Diem-Straße zurückkehren können? FOTO: Wos
Radevormwald. Schulleitung der GGS Stadt will Offenen Ganztag auf 30 Plätze reduzieren. Stadt sieht dagegen ausreichende Flächen. Von Wolfgang Scholl

Mit einem Brief an die Eltern hat die Leiterin der Grundschule Stadt, Jutta Felderhoff, die Stadt massiv angegriffen. Darin heißt es: "... sickert mehr und mehr zu uns durch, dass der 1. August für eine Rückkehr in unser Schulgebäude nicht zu halten ist". Dem tritt Sönke Eichner, der neue Schulamtsleiter, entgegen. Die Verwaltung arbeite mit Unterstützung der Politik sehr wohl an den Plänen, die Grundschule Stadt zum Schuljahresbeginn von der Hermannstraße an die Carl-Diem-Straße zurück zu führen. Das bestätigte Bürgermeister Johannes Mans.

"Unsere Priorität liegt eindeutig auf der Rückführung der Grundschule", sagten beide gestern. Für die Ratssitzung morgen werden weitere Informationen angekündigt. Die Schule ist für den Grundschulbetrieb seit Mitte Dezember gesperrt. Die Stadt hatte bereits vor einigen Wochen zugesagt, das Grundschulgebäude zu diesem Zeitpunkt wieder saniert zu haben. "Davon gehen wir aus", sagte Sönke Eichner. Ausschließen könne man Probleme bei Umbauten aber nie. "Das hat die Turnhalle Jahnstraße gezeigt, als plötzlich gefährliche Stoffe ausgetreten sind", sagte Eichner. Davon gehe die Stadt aber derzeit nicht aus. In der Verwaltung herrscht die Zuversicht, dass man zum Schuljahresbeginn Haupt-, Sekundar- und Grundschule gerecht werden kann.

In dem Brief wird auch eine Sprachlosigkeit zwischen der Schulleitung und der Verwaltungsspitze um Bürgermeister Johannes Mans beklagt. "Es gibt laufende Gespräche", konterte Eichner gestern. Er bot sich an, die beiden anberaumten Elternabende zu besuchen. Man sei in regelmäßigem Austausch mit Elternvertretern. Eichner hätte sich gewünscht, dass die Schulleiterin das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht hätte, "anstatt das Thema durch den Brief an die Eltern zu emotionalisieren".

Angekündigt hat Felderhoff auch eine Reduzierung des Angebots des Offenen Ganztags. Aus Platzgründen könnten nur noch 30 Plätze zur Verfügung gestellt werden. Nachvollziehen könne die Verwaltung, sagte Eichner, diesen Schritt nicht. Er gehe davon aus, dass der Bedarf für den Offenen Ganztag größer sei. "Träger des Ganztags ist der Förderverein und nicht die Schulleitung", sagte Eichner und ergänzte, "wir können Platz für etwa 80 Kinder zur Verfügung stellen."

Das Gesetz sehe vor, dass jedem Kind eine Fläche von etwa 2,5 Quadratmetern zur Verfügung stehen müsse. Mit einem geringen Aufwand könne man durchaus eine notwendige Fläche von 200 Quadratmetern in dem großen Schulgebäude zur Verfügung stellen. "Was allerdings nicht geht, ist die Erfüllung des Wunsches nach Luxusausstattung. Dafür hat die Stadt kein Geld", sagte der Schulamtsleiter. Beim Vergleich mit anderen Ganztagsangeboten in den Rader Schulen schneide die GGS Stadt nicht schlecht ab. Eichner glaubt, dass man sich in Gesprächen mit dem Vorstand des Fördervereins annähern könne. "Wir halten die Aussage der Schulleitung an dieser Stelle deshalb für wenig hilfreich", sagte Eichner und signalisierte auch an dieser Stelle ein Gesprächsangebot.

Quelle: RP
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