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Radevormwald
Falschparker gefährden im Notfall Leben

Radevormwald: Falschparker gefährden im Notfall Leben
Kai Füchsel-John, Mitarbeiter des Ordnungsamts, stellt einem Parksünder ein Knöllchen aus. Für das Feuerwehrauto ist es an dieser Stelle viel zu eng; eine schnelle Durchfahrt zu einem möglichen Einsatzort ist nahezu unmöglich.
Radevormwald. Die Feuerwehr kontrollierte am Freitagabend zusammen mit dem Ordnungsamt in der Stadt, ob für einen möglichen Ernstfall die Rettungswege frei gewesen wären. Denn immer wieder werden vor allem schmale Gassen zugeparkt. Von Marion Gerdel

Innerhalb weniger Minuten müssen die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr an einem Einsatzort sein. Doch immer wieder gibt es Schwierigkeiten, die ihr Vorwärtskommen behindern. Dazu gehören in der Hauptsache falsch geparkte Autos, die es den Feuerwehrleuten in den zum Teil sowieso schon schmalen Straßen Radevormwalds unmöglich machen, zügig zum Einsatzort zu gelangen. Am Freitagabend versuchten das Ordnungsamt und vier Radevormwalder Löschtrupps in einer gemeinsamen Aktion, Autofahrer und Anwohner für diese Problematik zu sensibilisieren.

Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamts, hatte die Aktion koordiniert. "In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme damit, dass die großen Wagen der Feuerwehr Engstellen nicht passieren konnten. Daher überprüfen wir heute die Freihaltung von Zufahrten und Feuerwehrrettungswegen sowie die Aufstellflächen für die Drehleiter", erläuterte er am Freitagabend das Prozedere.

Stadtbrandinspektor Dietmar Hasenburg hofft, über diese Aktion die Autofahrer besser für die Problematik sensibilisieren zu können. "Wenn wir das Feuerwehrauto dabei haben, können sie mit eigenen Augen sehen, wie schwierig es für die Fahrer der Einsatzfahrzeuge ist, sich durch zugeparkte Passagen zu manövrieren. Mit dieser plakativen Aktion wollen wir den Leuten deutlich machen, wie breit so ein Feuerwehrauto ist." Acht Löschfahrzeuge befuhren daher am Freitagabend in vier Teams jede noch so schmale Straße in Radevormwald und erregten dabei viel Aufsehen bei Anwohnern und Autofahrern.

Jochen Knorz hätte es zu Beginn der Aktion schon begrüßt, wenn der Effekt der Übung mindestens vier Wochen anhält. "Nach der 90-minütigen Fahrt durch Radevormwald habe ich aber die Hoffnung, dass die Einsicht länger anhält. Wir haben doch viele Menschen persönlich erreicht", sagte er. Viele Anwohner und Falschparker seien durchaus einsichtig gewesen, nachdem sie direkt auf die Problematik angesprochen wurden und sie die Schwierigkeiten mit eigenen Augen hatten sehen können.

Dennoch mussten die Mitarbeiter des Ordnungsamts vor allem im Innenstadtbereich einige Knöllchen verteilen. Im Halteverbot, im Wendekreis oder zu dicht an Straßeneinmündungen geparkte Autos machten es den Fahrern der großen Feuerwehrautos oft schwer, zum Teil sogar unmöglich, sich ihren Weg zu bahnen.

"Falschparker können dabei im Zweifelsfall der Ausschlag dafür sein, ob die Retter rechtzeitig am EinsatzoOrt ankommen oder nicht", machte Knorz deutlich. "Da ist es durchaus hilfreich, den gesunden Menschenverstand einzuschalten, um zu überlegen, ob der Parkplatz gut gewählt ist." Selbst wenn die Verkehrsregeln ein Parken erlauben würden. "Denn für alle Opfer, die auf Hilfe warteten, ist jede Minute Gold wert."

Bei dieser Kontrollfahrt entdeckten die Mitarbeiter aber auch einige Dinge, die sie im Rahmen ihres Aufgabenbereiches verbessern müssen. "Einige Schilder sind verblasst, andere zugewachsen. Auch dafür war es gut, diese Rundfahrt mit der Feuerwehr zu machen", berichtete der Leiter des Ordnungsamts. "Insgesamt war es eine wichtige und gelungene Aktion, die wir bestimmt irgendwann wiederholen werden", zeigte sich Jochen Knorz sicher.

Quelle: RP
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