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Radevormwald
FDP-Mann Kloppenburg nicht in den Bundestag

Radevormwald: FDP-Mann Kloppenburg nicht in den Bundestag
Der FDP-Bundestagskandidat Jörg Kloppenburg ist 59 Jahre alt, Rechtsanwalt, verheiratet und Vater einer Tochter. FOTO: Ingo Schoppmann (Archiv)
Radevormwald. Ein Formfehler kostet den FDP-Kreisvorsitzenden aus Hückeswagen den fast sicheren Einzug in den Bundestag nach der Wahl am 24. September. Jörg Kloppenburg hatte eine Unterlage für die Zulassung zur Landesliste nicht unterschieben. Jetzt strich ihn der Bundeswahlausschuss in Berlin. Von Stephan Büllesbach

Der erste Schock ist zwar verdaut. Doch "fühle ich eine gewisse Leere und Enttäuschung". Das sagte Jörg Kloppenburg gestern. Das war geschehen: Der Vorsitzende der oberbergischen Liberalen ist aus formalen Gründen von der Landesliste der NRW-FDP geflogen. Dort hatte der Hückeswagener auf einem aussichtsreichen Platz 19 gestanden. "Eigentlich sogar auf Platz 17, weil zwei vor mir rangierende Kandidaten zurückgezogen haben." Doch selbst Platz 19 hätte bei einem Wiedereinzug der FDP in den Bundestag und einem Wahlergebnis in NRW von etwa zwölf Prozent, das für die Landesliste maßgeblich ist, voraussichtlich für Kloppenburg gelangt. Denn bei der Landtagswahl im Mai hatte die FDP 12,6 Prozent der Stimmen geholt. Der 59-Jährige war seinem ambitionierten Traum vom Bundestagsmandat ganz nahe.

Für die Zulassung zur Landesliste müssen die Kandidaten Unterlagen ausfüllen, darunter die Anlage 22. Doch für diese "Zustimmungserklärung und Versicherung an Eides statt zur Parteimitgliedschaft für Bewerber einer Landesliste" fehlte ausgerechnet eine Unterschrift Kloppenburgs. Das Ganze ging zunächst vor den Landeswahlausschuss - mit einer kuriosen Entscheidung: Der Landeswahlleiter hatte laut Kloppenburg empfohlen, ihn trotz des Formfehlers zuzulassen. Die Entscheidung ging 4:4 aus, die Stimme des Landeswahlleiters zählt in diesem Fall doppelt. "Doch er hat gegen seine eigene Beschlussempfehlung gestimmt", berichtete der Hückeswagener. Auch eine Berufung vor dem Bundeswahlausschuss hatte keinen Erfolg, so dass Kloppenburg seinen Traum am Donnerstag ad acta legen musste.

Dabei hatte er im Juli noch alles versucht. Die FDP-Landesgeschäftsstelle hatte ihm mitgeteilt, dass seine Unterlagen eingegangen waren. Anschließend verreiste der 59-Jährige nach Cornwall in England. Dort erfuhr er von der fehlenden Unterschrift. Noch am gleichen Tag, dem 17. Juli, wollte er in einer Chartermaschine nach Düsseldorf fliegen, doch der Flug fiel aus. Hätte er sein Ziel erreicht, hätte Kloppenburg auf dem Flughafen bei einem Mitarbeiter des Innenministeriums unterschrieben. Das wäre soeben noch rechtzeitig gewesen, da um 18 Uhr die Frist endete. Der Hückeswagener versuchte es von England aus dennoch: Er unterschrieb die Anlage 22 auf dem kleinen Flughafen von Newquay, was ein Sicherheitsbeamter von dort bezeugte. Allerdings nutzte auch das nichts, weil die Unterschrift eben nur in einer Kopie vorlag, denn benötigt wird einzig das Original.

"Ich habe sie schlichtweg vergessen", sagt Kloppenburg. "Und ich zermartere mir den Kopf, wann das gewesen sein könnte." Was ihn verwundert, ist, dass die fehlende Signatur der FDP-Landesgeschäftsstelle nicht aufgefallen war. Die Enttäuschung will Kloppenburg nun in positive Energie umsetzen: "Ich bin nicht die Ente, die die Flügel einzieht." Er kämpfe weiter - vorrangig darum, dass die Liberalen wieder in den Bundestag einziehen.

Quelle: RP
 
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