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Radevormwald
Fest verbindet verschiedene Kulturen

Radevormwald: Fest verbindet verschiedene Kulturen
Hassan (hinten) und Alisar beteiligten sich am Familienfest des Vereins "Runder Tisch gegen Rechts" und maßen ihre Kräfte beim Airhockey. FOTO: Michael Schütz
Radevormwald. Der Verein "Runder Tisch gegen Rechts" hatte mit dem "life" auf die Brede geladen. Wegen des Regens fiel die Musik aus. Von Flora Treiber

Der "Runde Tisch gegen Rechts" veranstaltete gestern ein sportliches Familienfest auf der Brede. Der Kinder- und Jugendtreff "Life" wurde genutzt, um Familien und deren Kinder, in erster Linie aber aus den Wupperorten, zusammenzubringen, mit der Arbeit des Vereins vertraut zu machen und ihnen einen ersten Zugang zu einem politischen Engagement gegen Rassismus zu ermöglichen.

Vorsitzender Armin Barg hatte die Idee für das beschauliche Sommerfest gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstandes entwickelt. Ziel war es durch Sport, Musik und internationale Gerichte Grenzen abzubauen, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und einen starken Zusammenhalt zu bilden. Da in den letzten Jahren besonders viele Flüchtlinge auf der Brede eine eigene Wohnung bezogen haben, will der "Runde Tisch gegen Rechts" an der Integrationsarbeit in den Außenortschaften mitarbeiten und die verschiedenen Kulturen zusammenführen.

"In den Wupperorten gab es immer wieder Schwierigkeiten mit rechten Gruppierungen. Dieser Ruf ist geblieben, wir wollen helfen, ihn abzubauen und auch hier für eine offene und friedliche Gesellschaft zu sorgen", sagte Barg. Zusammen mit Daniel Cöln hat er das Fest auf die Beine gestellt und sich in letzter Minute selber um sportliche Angebote gekümmert, denn die geplante Kooperation mit Tuspo Dahlhausen und dem Dahlerauer Turnverein ist aus organisatorischen Gründen nicht zustande gekommen. Am Vormittag auf dem Außengelände und später wegen der schweren Regenfälle nur in den Räumen des Jugendtreffs konnten sich die Besucher bei einem Kickerturnier oder beim Blindenfußball besser kennenlernen. Die geplanten Auftritte von Schülern der Musischule mussten deshalb abgesagt werden.

Hasan Uzunboy gehört zum Vorstand des Vereins und engagiert sich in Rade für das Zusammenleben verschiedener Kulturen. Mit Mitgliedern einer türkischen Gemeinde sorgte er für das kulinarische Angebot. "Wir beteiligen uns immer gerne an Festen, die im Zeichen der Integration stehen. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich fremd in Deutschland war. Die Flüchtlinge der letzten Jahre bekommen viel mehr Unterstützung und Hilfe. Das ist toll", sagte er. Er hat miterlebt, wie viele geflüchtete Menschen Deutsch gelernt und eine Arbeit gefunden haben. Die Integration läuft in Rade aus seiner Perspektive sehr gut. "Viel zu tun gibt es natürlich immer, aber die Meisten haben sich gut eingelebt und Freunde gefunden. Ich bin zuversichtlich." Er konnte eine Frau aus Syrien für die Mithilfe an dem Sommerfest gewinnen, die gerne ihre Kochkünste einsetzen und neue Freundschaften knüpfen wollte. "Solche Begegnungen sind ein erster Schritt. Hier gibt es keine Unterschiede, sondern nur eine Gruppe von Menschen, die ihren Sonntag zusammen verbringt." Er will sich für mehr Begegnungen dieser Art einsetzen und Armin Barg bei der Planung neuer Veranstaltungen unterstützen.

Tom Klinkenberg war mit seiner Tochter Cara einer der ersten Besucher des Sommerfestes. Er ist froh darüber, dass auf der Brede wieder mehr los ist. "Die Probleme mit Rassismus und rechten Strömungen geht an den Bewohnern natürlich nicht vorbei. Umso besser, dass jetzt aktiv dagegen vorgegangen wird", sagte der Familienvater.

Armin Barg zeigte sich mit insgesamt 50 Besuchern, darunter auch syrische Familien, zufrieden. "Ohne das schlechte Wetter wären sicher mehr gekommen", sagte er.

Quelle: RP
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