| 00.00 Uhr

Radevormwald
Feuerwehrorchester spielt in der Kirche

Radevormwald. Premiere in St. Marien: Zur 700-Jahr-Feier der Stadt und zum 125-jährigen Bestehen des Feuerwehrorchesters gab's ein außergewöhnliches Konzerterlebnis. Orgel und Orchester lieferten sich einen gelungenen musikalischen Wettstreit.

Am Sonntagabend konnten die Besucher des Kirchenkonzertes in der katholischen Pfarrkirche St. Marien Musik vom Feinsten hören. Damit wurden gleich zwei Jubiläen gewürdigt: der 700. Geburtstag der Stadt sowie das 125-jährige Bestehen des Feuerwehrorchesters Radevormwald. Der Plan beider Konzertteilnehmer war es offensichtlich, in einen musikalischen Wettstreit zu geraten.

"Ich werde erstmal auf unserer schönen neuen Seifert-Orgel alle Register ziehen. Bis zur letzen Pfeife werde ich alles einsetzen und dem Orchester ordentlich Paroli bieten", versprach Bernhard Nick scherzhaft vor Konzertbeginn. Der Kantor der katholischen Pfarrgemeinde begrüßte die zahlreichen Gäste und freute sich über seine Gäste, die Musiker des Feuerwehrorchesters Radevormwald, die in der katholischen Kirche St. Marien ihre Premiere hatten.

"Die Musiker sehen noch gar nicht so alt aus, aber sie feiern in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag", sagte Nick. Ihr Auftritt in der katholischen Kirche sei auch mit einem Dankeschön verbunden, über so eine lange Zeit schöne Musik gespielt zu haben. Mit einem herzlichen "Wir hören uns...." verabschiedete sich Nick aus dem Kirchenschiff und bestieg seinen Platz auf der Orgelempore.

Das große Feuerwehrorchester nahm unter kräftigem Beifall im Altarraum Platz, davor der Orchesterleiter Thomas Klöckner. Sein Taktstock gab das Startzeichen - und sogleich tauchte das große Schiff in die gewaltige Musikwelt ein. Feierlich bis geradezu festlich erklang das Eröffnungsstück "Präludium und Choral" von Roland Kernen. Sehr kräftig und laut gestaltete sich der Auftakt im Kirchenraum, gefolgt von auch leisen Passagen. Die Gäste schienen von dem Werk geradezu mitgerissen zu werden, denn schon nach dem ersten Stück brach ein tosender Applaus aus. Mit einem der österlichen Zeit verbundenen Stück von Stephen Reinicke setzte das Orchester seine Darbietung fort. Das Werk war für die Orchestermitglieder völliges Neuland und wurde schon seit Februar erarbeitet. "Combat de mort e de la vie" (Kampf des Todes mit dem Leben) zeigte teils seine tragenden Charakter durch die Einsätze der Blechinstrumente, besänftigt durch helle Flötenklänge und einem stimmungsvollen Schluss.

Jetzt war es an der Zeit für die große Orgel. Bernhard Nick hatte dazu sein Lieblingsstück "Toccata und Fuge in D-moll" von Johann Sebastian Bach ausgewählt. Das große Kircheninstrument setzte gewaltig, fast schon klangdramatisch ein - und die Besucher konnten sich vermutlich vorstellen, in welch einem raschen Tempo die Finger des Organisten über die Tasten tanzen mussten. Das sehr bekannte und beliebte Werk schien die Herzen der Zuhörer zu erreichen. "Nicht nur dieses wunderbare Stück, alle Werke von Bach liebe ich sehr", sagte Nick. Weiter von Bach zu hören: "Bist du bei mir".

Nach den neueren Symphonien mit dem Orchester und auch der Orgel ehrte das Feuerwehrorchester seinen Heiligen Schutzpatron Florian mit dem "St. Florian Choral" von Thomas Doss. Ein festliches Klangerlebnis, geschrieben vom niederländischen Komponisten Jacob de Haan, krönte den Abend und das Konzert. Das Feuerwehrorchester wie auch die Orgel zeigten hier einen fantastischen Einklang mit dem Werk "Jubilate".

Nur eine gemeinsame Probe hatte es zuvor in der katholischen Kirche gegeben. "Die Musiker des Feuerwehrorchesters sind sehr routiniert. Nur die Programmfolge war ein Thema, das wir gemeinsam besprochen haben", sagte Bernhard Nick zur Organisation des Kirchenkonzertes.

Den Besuchern schien es sehr gefallen zu haben, denn sie würdigten die Musiker durch nicht enden wollenden Beifall, Pfiffe der Begeisterung wie auch Bravo-Rufe.

(sig)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Radevormwald: Feuerwehrorchester spielt in der Kirche


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.