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Radevormwald/Oberberg
Flosbach zieht sich aus CDU-Spitze zurück

Radevormwald/Oberberg: Flosbach zieht sich aus CDU-Spitze zurück
Der Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Flosbach gibt den Vorsitz der CDU Oberberg auf und kandidiert nicht wieder. FOTO: Hans Dörner (Archiv)
Radevormwald/Oberberg. Der oberbergische CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Flosbach aus Waldbröl tritt am 5. Dezember nicht mehr zur Wahl des Kreisvorsitzenden an. Als Nachfolger bewirbt sich Schatzmeister Dr. Carsten Brodesser aus Lindlar. Von Wolfgang Scholl

Seit 1995 ist der gebürtige Wipperfürther Klaus-Peter Flosbach Vorsitzender der CDU des Oberbergischen Kreises, seit 2002 hat er zudem vier Mal bei Bundestagswahlen den Wahlkreis Oberberg gewonnen. Gestern Mittag kündigte Flosbach bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Gummersbach an, dass er beim Kreisparteitag am 5. Dezember nicht mehr als Vorsitzender antreten wird. Flosbach war in den zwei Jahrzehnten oft zu Gast auch in Radevormwald und Hückeswagen.

"20 Jahre sind genug. Ich habe die christlich-demokratische Thematik leidenschaftlich und gerne vertreten. Es ist die richtige Zeit, dass Jüngere das Ruder übernehmen", sagte Flosbach im Gespräch mit unserer Redaktion. Er habe vor zwei Jahren seinen Rückzug zu diesem Zeitpunkt angekündigt. Deshalb sei das jetzt auch der richtige Zeitpunkt, um sich wahrscheinlich in Marienheide aus der oberbergischen CDU-Spitze zu verabschieden. Der jetzige Zeitpunkt der Bekanntgabe hänge mit der Landratswahl zusammen. "Wir wollten erst den Wahlkampf beenden", sagte Flosbach.

Die Parteiführung ist für ihn und seine Partei eine langjährige Erfolgsgeschichte. Einige Male wie 2007 wurde der heute 63-Jährige mit allen Stimmen wiedergewählt, zuletzt mit sehr großer Mehrheit. 2002 gelang ihm gegen Friedhelm Julius Beucher (damals SPD-Vorsitzender) erstmals der direkte Einzug in den Bundestag, den er zuletzt 2013 wiederholte.

Während es den bundesweit anerkannten Finanzexperten Klaus-Peter Flosbach als Parteivorsitzenden in den Bundestag zog, vertritt der Hückeswagener Peter Biesenbach seit 2000 den oberbergischen Kreisnorden in Düsseldorf im Landtag. Gleichzeitig ist Biesenbach Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion in Oberberg. Beide bilden somit seit vielen Jahren ein Gespann an der CDU-Spitze.

Als Nachfolger um den Vorsitz bewirbt sich Dr. Carsten Brodesser aus Lindlar. Er ist seit 20 Jahren Schatzmeister und damit im geschäftsführenden Vorstand der CDU Oberberg. Brodesser (48, verheiratet, drei Kinder, katholisch) ist von Beruf Regionaldirektor einer Bausparkasse. "Er kennt die Partei mit all ihren positiven und manchmal auch negativen Bezügen", sagte Flosbach. Auch Carsten Brodesser habe seine politische Karriere bei der Jungen Union begonnen.

Keine Auskunft gab Flosbach gestern über die Zukunft der Mandate für die Bundes- und Landtagswahl und damit zu der Frage, ob er sich wieder um das Bundestagsmandat bewerben möchte. Beide Wahlen werden wohl kurz nacheinander im Jahr 2017 stattfinden. Flosbach ist in zwei Jahren 65 Jahre alt, der Nordkreis-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach 69. "Wir gehen Schritt für Schritt", sagte Flosbach. Im Bundestag sei man genau in der Mitte der Legislaturperiode. Vereinbart sei, dass im zweiten Quartal 2016 im neuen CDU-Vorstand die Weichen für 2017 gestellt werden.

Quelle: RP
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