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Radevormwald
Flüchtlingsfest stärkt den Zusammenhalt

Radevormwald. In einen multikulturellen Ort der Begegnung und des Miteinanders verwandelte sich am Samstag das Wartburghaus. Die Radevormwalder Flüchtlingshilfe hatte zu einem abwechslungsreichen Sommerfest geladen. Viele Freunde und Förderer der 40 ehrenamtlichen Helfer sowie zahlreiche Flüchtlingsfamilien waren gekommen. In und um das Wartburghaus herrschte heiterer Trubel. Laute Trommelklänge lockten die Besucher in das Gemeindehaus, unter dessen Dach Menschen verschiedener Nationen und Religionen gemeinsam feierten. Von Cristina Segovia-Buendía

Vor den Türen probierten sich Rader und Flüchtlinge gemeinsam an verschiedenen Geschicklichkeitsspielen aus und kamen ins Gespräch. Drinnen hatten die Anwesenden für ein internationales Buffet gesorgt, an dem jeder kostenlos naschen konnte. Im großen Saal waren Kinder an Bastelstationen oder beim Kinderschminken beschäftigt, während sich die Erwachsenen untereinander austauschen konnten.

"Mit dem Fest wollten wir zur Begegnung einladen", sagte Birgit Kuna. Viele Menschen hätten Berührungsängste. "Für viele ist die Situation der Flüchtlinge einfach zu weit weg." Dabei könnte die Flüchtlingshilfe noch weitere Helfer gebrauchen. "Es geht einfach nur darum, Ansprechpartner zu sein, einfach mal für die Menschen da zu sein." Zu jeder vollen Stunde gab es Programm auf der Bühne. Einige der Flüchtlinge hatten sich bereit erklärt, Karaoke zu singen, andere stellten sich für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Firdavs Burkanov beispielsweise kommt aus Tadschikistan und lernt seit elf Monaten Deutsch. Am Samstag wagte er sich mit dem Schlagerhit "Traum von Amsterdam" auf die Bühne und meisterte die Herausforderung bravourös. "Ganz schön mutig von ihm", sagte ein Besucher anerkennend zu seiner Sitznachbarin, wohl wissend, dass sich das so mancher Muttersprachler im Saal vor so viel Publikum wohl nicht getraut hätte.

Flüchtlingshelferin Martina Müller interviewte den 21-jährigen Mohammed Jabra, der seine Heimat Syrien 2012 verließ und sich ganze drei Jahre auf der Flucht befand, ehe er 2015 nach Deutschland kam. "Wo warst du in der Zeit?", wollte Müller wissen. "Ich war zwei Jahre im Libanon, elf Monate in der Türkei, dann in Griechenland, Albanien, dann wieder in Griechenland und seit 2015 in Deutschland." Im Libanon, so erzählte Jabra, herrschten schwierige Bedingungen, und in der Türkei würden Flüchtlinge nur in Lagern gehalten.

Das Jahr in Rade habe ihn bereits sehr geprägt, berichtet er. "Ich liebe es, neue Kulturen kennenzulernen, und an Deutschland mag ich die Gleichberechtigung und die Meinungsfreiheit."

Quelle: RP
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