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Premiere
"Friday Night Fever" im Ülfetal

Radevormwald. RADEVORMWALD Der Bogen tanzte so lebhaft über die Saiten, dass neben dem akustischen Genuss auch das eigentliche Musiker-Handwerk auf der Geige zu einer Augenweide wurde. "Klaus, der Geiger", der bekannteste Straßenmusikant Deutschlands, war es, der die flotten, teils folkloristisch angehauchten Melodien mit seinem Instrument spielte. Die atemberaubenden Klänge, meist von erfrischender Fröhlichkeit gestreift, wurden mit Gesangstexten verquickt, die aufhorchen ließen. "Genau das will ich, mit meinen Liedern helfen, fleißig Denkanstöße geben", sagte Klaus Christian von Wrochem, bekannt unter dem Künstlernamen "Klaus der Geiger". Mit erkennbarer Freude absolvierte er im Restaurant Uelfetal den Soundcheck mit Uwe Dove (Gitarre) und Tom Fronza (Bass und Didgeridoo). Der im linksalternativen Spektrum politisch engagierte Liedermacher ließ es sich nicht nehmen, sogar die Zuhörer zur Akustik zu befragen. Er schien alles im Griff haben zu wollen, die Klangqualität sowie auch seine "Entwicklungshilfe" in Sachen Weltpolitik. Als Kämpfer für die heile Welt ging Klaus bereits in die Kulturgeschichte ein, in Rade aber machte er sich auch in den Herzen seines Publikums breit.

"Zuerst schreibe ich einen Text. Er muss über ein aktuelles Thema sein, meine Gedanken darin, und dann erst schreibe ich die Melodie dazu", erklärte er sein Rezept.

Der 75-Jährige zeigte sich bei der Konzertreihe "Friday Night Fever" solidarisch mit den Griechen. Textpassagen waren hier der aktuellen EU-Politik gewidmet. "Ich improvisiere sehr gerne. Kritische Texte müssen fröhliche Musik haben, denn nur so kann ich die Menschen auch erreichen", sagte er. Seine Musik und die der Band "Rukiwerch" erfüllten den Raum mit Folk, Jazz und politischem Liedgut.

"Wir haben zwei Lieder erst in dieser Woche ins Programm genommen. Leider können wir uns nicht so häufig treffen und proben", sagte der Geiger. Dem Publikum gefiel die Musik. Aufmerksam lauschten sie den Texten und der Musik. Auch die eher ungewöhnlichen Klänge des Didgeridoos gefielen. Hier zeigte Tom Fronza, der ursprünglich aus Radevormwald stammt, seine Liebe zu dem australischen Instrument.

Uwe Dove war begleitender Musiker mit der Gitarre. "Die Geige, zusammen mit der Gitarre, hören sich sehr gut an", sagte Besucher Hans Georg Firzlaff.

Musik-Interessierte aus allen Altersschichten waren gekommen, was die Organisatorinnen freute. Ute Kiel und Isabella Heyland waren begeistert über die Resonanz. "Wir sind froh, hier eine feste Bleibe für unsere Konzertreihe gefunden zu haben", sagten sie. Räumlich planen die Frauen zu den weiteren Konzerten Veränderungen. "Hier bieten sich viele Möglichkeiten. Heute haben wir uns für Stuhlreihen entschieden. Bei weiteren Veranstaltungen wird es ganz anders aussehen, sogar im Freien werden wir uns platzieren", sagte Heyland. Die Frauen betonten, dass es eine Ehre sei, Klaus den Geiger für die Premiere im Uelfetal gewonnen zu haben. Über den Musiker Fronza, aber auch durch Konzert-Trips durch Nachbarstädte sei die Verbindung zu ihm geglückt.

Die Live-Musik-Reihe wird am Freitag, 8. Mai, ab 19 Uhr im Uelfetal fortgesetzt. "Dazu konnten wir das Trio Analogue Birds gewinnen. Die Konzertreihe soll sich fest im Kulturleben in Rade etablieren und es bereichern", sagte Heyland. Sigrid Hedderich

Quelle: RP
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