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Radevormwald
Fröhliche Märchenstunde in der Kirche

Radevormwald: Fröhliche Märchenstunde in der Kirche
Der Kinderprojektchor des Familienzentrums Kottenstraße beteiligte sich am Samstag an der Aufführung der Kinder-Oper. FOTO: Jürgen Moll
Radevormwald. Die Kinder-Oper "Hänsel und Gretel" wurde am Samstag in der lutherischen Kirche an der Burgstraße aufgeführt. Das Remscheider Blechbläserquintett und der Kinderprojektchor Kottenstraße präsentierten das Stück. Von Sigrid Hedderich

Hänsel und Gretel verirrten sich am Samstagnachmittag einmal nicht im finsteren Wald, sondern fanden sich in der lutherischen Kirche Radevormwald an der Burgstraße wieder. Die beiden belieben Märchenfiguren aus der Grimmschen Märchenwelt blieben nicht alleine, zahlreiche Kinder aus dem Kinderprojektchor des Familienzentrums Kottenstraße standen ihnen bei. Schließlich sollte Geschichte um die verlassenen Kinder und deren Suche nach ihrem Elternhaus als musikalisches Werk den Besuchern präsentiert werden.

Das Märchen "Hänsel und Gretel", als Oper von Engelbert Humperdinck in einer Fassung für Blechbläserquintett und Sprecher, arrangiert von Frank Rudhard, stand auf dem Programm. Die Kurzfassung wurde letztlich zu einem musikalischen Hochgenuss für Jung und Alt. "Für dieses Projekt haben wir gut vier Wochen mit den Kindern fleißig geprobt", verriet Chorleiter Martin Scheibner. Teils wurden bekannte Kinderlieder und Oper-Gesangsstücke in der Einrichtung an der Kottenstraße wie auch im Paul-Gerhardt-Haus mit den kleinen Sängern eingeübt. Weitere Akteure war das Remscheider Blechbläserquintett sowie der Sprecher Alexander Radday.

Zu Beginn sang der Kinderchor das Lied über Hänsel und Gretel. "Zur Einstimmung. Damit sie sich an den Inhalt des Märchens erinnern", sagte Scheibner. Es folgte eine Vorstellung der einzelnen Instrumente, vorgetragen vom "Märchenerzähler" Radday. Er begann mit der Trompete. Die kleinen Zuhörer wie auch deren Eltern erfuhren, dass das Instrument ausgedehnt über 1,30 Meter Messingrohr verfügt. "Die Trompete verkörpert heute im Märchen die Kinder", so Alexander Radday. Die dicke Posaune sei akustisch der Vater, das Horn das Sandmännchen und die große Tuba die böse Hexe. Doch war es noch lange nicht so weit, dass diese zum Einsatz kam. Erst einmal wurde "Ein "Männlein steht im Walde" besungen und auch "Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh" war aus den hellen Kinderkehlen zu hören.

Alexander Radday las erneut Passagen aus dem Märchenbuch vor, während sich die Musiker für einen neuen musikalischen Abschnitt parat machten. Die Zuhörer in der fast vollbesetzen Kirche lauschten aufmerksam der Erzählung, dem Gesang und auch der Musik. Dann war es endlich irgendwann soweit, dass der Liedertitel "Knusper, knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen" zu hören war.

Jetzt kam die böse Hexe in dem Kirchenschiff akustisch zum Zuge. Die tiefen Töne der Tuba untermalten diesen dramatischen Teil des Kindermärchens. Mucksmäuschen still lauschten die Zuhörer diesen spannenden Teil des Konzertes. Tuba-Bläser, Sprecher und letztlich die Kinder sorgten für die fesselnde Atmosphäre. Hier war es einmal das Trio von Mitwirkenden, die das ungewöhnliche Konzert gemeinsam präsentierten. Martin Scheibner freute sich über die Teilnahme des Remscheider Blechbläserquintetts. "Die Musiker waren schon beim Weihnachtskonzert hier. Wir wollten gerne noch einmal etwas gemeinsam machen. So kam es zu dem Projekt", so Scheibner.

Den Zuhörern gefiel die Kinderoper offensichtlich sehr gut. Tosender Applaus und erkennbare Fröhlichkeit in allen Gesichtern des Publikums waren das Resultat eines sehr gelungenen Musikprojekts. Und auch Hänsel und Gretel fanden in der Kirche wieder nach Hause.

Quelle: RP
 
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