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Radevormwald
"Frühe Hilfen" soll bestehen bleiben

Radevormwald. Die Initiative kann weiterhin Familien beraten und Präventionsarbeit leisten. Von Flora Treiber

Volker Grossmann, Jugendamtsleiter, stellte im Jugendhilfeausschuss das Fachkonzept für Frühe Hilfen in Radevormwald vor. Die Beratungs- und Unterstützungsangebote richten sich an junge Familien und leisten Präventionsarbeit. Um die Frühen Hilfen kümmern sich die Mitarbeiter des Familienbüros. Sie stehen im Kontakt zu Familien mit Kleinkindern im Alter von bis zu drei Jahren. "Wir bieten niederschwellige Angebote, um Familien mit Kleinkindern in alltäglichen Fragen zu beraten und ihnen weiterzuhelfen."

Teil dieser Arbeit sind Arbeitskreise, ein Eltern-Café, in dem sich Mütter und Väter austauschen können sowie die Arbeit von Familienhebammen, die seit diesem Jahr durch die Psychologische Beratungsstelle Wipperfürth gestellt werden. Das Netzwerk "Frühe Hilfen" wurde in Rade im Januar 2015 ins Leben gerufen und wird von Netzwerkpartnern, wie Kindertagesstätten, Ärzten und Beratungsstellen unterstützt. Ziel des Netzwerkes ist es, früh den Kontakt zu Familien herzustellen und ihnen die Angst vorm Jugendamt zu nehmen. Elternschulungen, ehrenamtliche Familienpaten und die Organisation von Eltern-Kind-Aktivitäten gehören zu den Angeboten der "Frühen Hilfen".

Der Jugendhilfeausschuss stimmte für den Beschluss zur weiteren Förderung der "Frühen Hilfen". Ausschussvorsitzender Dr. Jörg Weber hält die Weiterentwicklung des Konzept für wichtig. "Wir wollen präventiv arbeiten und Probleme in Familien so schnell wie möglich erkennen." Nach dem Leitsatz "ambulante Hilfe vor stationärer Hilfe" arbeitet auch Marc Schneider. Er ist Gründer und Leiter des Hilfeanbieters ProFam aus Remscheid und arbeitet seit über zehn Jahren mit dem Rader Jugendamt zusammen. "Wir arbeiten eng mit Schulen zusammen, um psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen schnell zu helfen", sagte der Diplompädagoge.

ProFam ist ein Verbund von Selbstständigen, der in Radevormwald mit flexiblen Stundenzahlen eingesetzt wird. Bürgermeister Johannes Mans will die Erfahrung freier Träger weiterhin nutzen, um die fachliche Begleitung von Familien zu gewährleisten. "Stationären Hilfsangeboten muss genau mit solchen Kräften vorgebeugt werden. Das Gesamtkonzept für die Kinder- und Jugendhilfe befindet sich in der ständigen Weiterentwicklung", sagte der Bürgermeister. Für den Jugendhilfeausschuss ist es wichtig, die Vorgänge und Auftragnehmer des Jugendamts, wie ProFam, kennenzulernen. "Wenn wir die Vorgehensweisen kennen und einplanen können, spart das langfristig Kosten", sagte Weber.

Quelle: RP
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