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Radevormwald
Früherer Angelteich ist Bodendenkmal

Radevormwald: Früherer Angelteich ist Bodendenkmal
Die Landstraße 414 ist entlang des ehemaligen Hammer- und Angelteiches in Teilen auf dem alten Hammerwerk gebaut worden. FOTO: wos (Archiv)
Radevormwald. Der Landschaftsverband hat den Bereich um das alte Hammerwerk in Dahlhausen - früherer Angelteich - zum Bodendenkmal erklärt. Die Stadt hat jetzt über 114 Baudenkmäler, 14 Bodendenkmäler und ein bewegliches Denkmal. Von Wolfgang Scholl

Die Stadt hat ein neues Bodendenkmal. Das berichtete Burkhard Klein, Fachbereichsleiter Bauverwaltung, den Mitgliedern des Bauausschusses. Betroffen ist ein großer Bereich am Ortseingang von Dahlhausen. An der Unterschutzstellung besteht ein öffentliches Interesse, heißt es in der schriftlichen Begründung des Landschaftsverbands Rheinland.

Auf dem Gelände befand sich früher ein Hammerwerk. Noch heute ist am früheren Angelteich, den der Wupperverband vor zwei Jahren renaturierte, ein alter Staudamm mit zwei Ableitungen zur Wupper zu sehen. Aus den Unterlagen geht hervor, dass das alte Hammerwerk bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort gestanden hat. Es gehört zur Industriegeschichte von Dahlhausen. Zwischen 1927 und 1963 ist ein Teil des Hammers von der Straße überbaut worden. Einzelne Gebäude sind noch nach 1894 erneuert worden.

Der Damm an der Ortsgrenze zu Dahlhausen ist in seinem Ursprung mehr als 200 Jahre alt, sagt der Landschaftsverband. Er ist seit kurzem ein Bodendenkmal. Den Teich hat der Wupperverband renaturiert. FOTO: wos

In der Begründung des Landschaftsverbandes heißt es, dass im "Untergrund dieser Straße mit Befunden und Funden zu diesem alten Hammerstandort zu rechnen" ist. Das Alter des Teichdammes wird auf mehr als 200 Jahre geschätzt. Dieser sei im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und erhöht worden. Der Damm verläuft 54 Meter bis zum Schütz, das aus Eisen gebaut worden ist. Überliefert ist, dass das Werk seinen Ursprung am Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts hat. Belegt ist das Werk auf einer Karte von 1828. "Von besonderem fachlichen Interesse sind Fragen zum Aufbau des alten Hammerwerks, der Wasserführung und Radkästen", heißt es. Zuletzt war im Jahr 2015 ein Bereich der Obersten Mühle an der Uelfe zum Bodendenkmal erklärt worden. Ein weiteres befindet sich in der Außenortschaft Landwehr. Die dort geschützte Landwehr wird vom Bergischen Geschichtsverein gepflegt und ist neu bepflanzt worden, um die Bedeutung von Landwehren in früheren Zeiten erklären zu können. Für die Stadt und die Eigentümer der Grundflächen hat eine solche Unterschutzstellung erst einmal keine Folgen, berichtete Klein.

Von den 114 Baudenkmälern in der Stadt ist zuletzt eine Hofstelle in Karthausen (Herbeck) festgesetzt worden. Zuvor war die alte Kirche von St. Gangolf in Herbeck vor mehr als zehn Jahren unter Denkmalschutz gestellt worden. Die katholische Kirchengemeinde St. Marien und Josef hat Haus mit Grundstück inzwischen verkauft, weil der Erhaltungsaufwand auf Dauer als zu kostenträchtig für die Gemeinde eingeschätzt worden war. Eine Nutzung der entweihten Kirche hat es seit dem Eigentümerwechsel nicht gegeben. Folge der Unterschutzstellung als Denkmal ist, dass alle Veränderungen zum Beispiel an einer Fassade, an Dach oder Fenstern erlaubnispflichtig sind. Denkmalbehörde ist die Stadtverwaltung. "Über Art und Umfang entscheidet aber das Amt für Denkmalschutz im Rheinland", sagt Klein. Da gebe es den Spagat zwischen Denkmalschutz und Eigentumsrecht.

Ein bewegliches Denkmal ist die alte Dampflok am Bahnhof in Dahlhausen. Dort gab es eine Zeit lang zwei Loks unter Denkmalschutz. Eine Lok ist Erkrath übergeben worden und dort in die Denkmal-Liste eingetragen worden. Die Stadt, in die ein bewegliches Denkmal gebracht wird, muss es in seine Liste aufnehmen, sagt Klein.

Quelle: RP
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