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Radevormwald
Fusion Förderschulen - Gina Hellerling muss gehen

Radevormwald. So schwer haben es sich die Politiker im Schulausschuss selten gemacht. Trotzdem fiel die Entscheidung einstimmig aus: Der Ausschuss empfiehlt dem Rat die Zusammenlegung der Förderschulen in Radevormwald (Teilstandort) und Hückeswagen (Hauptstandort mit Schulleitung) in Trägerschaft von Hückeswagen zum Schuljahr 2016/2017. Mit einer Enthaltung der AL votierten die Mitglieder für die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Städten und die Auflösung der Armin-Maiwald-Schule. Grund: Beide Schulen erreichen künftig nicht die vom Land geforderte Mindestgröße von 144 Schülern. Von Joachim Rüttgen

Bürgermeister Dr. Josef Korsten betonte, dass die Standortfrage über die Größe der Schulen geregelt werde. Da sei die Erich-Kästner-Schule in Hückeswagen mit 147 Schülern deutlich größer als die Rader Förderschule (89 Schüler). Die Rader Schule solle zwar aufgelöst werden und die neue gemeinsame Einrichtung "Förderschule Nordkreis" heißen, als Teilstandort solle Rade aber im Untertitel weiter den Namen "Armin Maiwald" tragen dürfen, sagte Korsten. Als "größte Kröte" bezeichnet er es, dass Schulleiterin Gina Hellerling ihren Posten verliert. "Sie leistet hervorragende Arbeit, das ist menschlich schwierig und schulisch nicht schön."

Damit die Rader Schulpolitiker weiter Einfluss auf die neue Schule ausüben können, ist in der Vereinbarung ein Beirat vorgesehen, der Beratungs- und Empfehlungsfunktion hat. "Dieses Modell gibt mir ein bisschen Vertrauen", sagte Korsten. Da Rade seine gültigen Richtlinien für die offene Ganztagsschule nicht auf den Teilstandort übertragen darf, müssen Eltern künftig sechs bis 40 Euro pro Monat mehr zahlen, weil sich die neue Gebührenstruktur nach dem Hauptstandort richtet. "Das will die Bezirksregierung so, es gibt keine Alternative", stellte der Bürgermeister klar.

Er appellierte an die Politiker, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen, denn wer nicht zustimme, lasse die Schule auslaufen. Christian Viebach (CDU) sprach von der "Ohnmacht der Kommunalpolitiker". "Wir bedauern, dass die Schule ausläuft und befürchten, dass neben Gina Hellerling noch andere Kollegen die Schule verlassen", sagte er. Darum brauche die neue Schule einen positiven Start, um Vertrauen zurück zu gewinnen. Den Eltern sei das alles nur sehr schwer zu erklären. Glücklich und zufrieden mit der inhaltlichen Ausgestaltung sei die CDU nicht.

Björn Rimroth (SPD) kritisierte die "Narrenfreiheit der Stadt Hückeswagen". Korsten entgegnete, dass Rade weiter für Immobilie, Ausstattung und Lernmedien verantwortlich sei, aber nicht mehr den gleichen Einfluss habe. Er habe aber Vertrauen in die Hückeswagener Schulleitung, die den Teilstandort sicher nicht benachteilige.

Dezernentin Ute Butz sagte, dass die Rader Schule wesentlich besser mit neuen Medien ausgestattet sei und Hückeswagen das Positive von Rade erhalten und nach Hückeswagen transportieren wolle.

Quelle: RP
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