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Radevormwald
Gefeiert wird mit dem Geburtstags-Café

Radevormwald. Die Lutherische Kirchengemeinde lädt ältere Gemeindeglieder nach deren Geburtstagen in die Gemeindehäuser ein. Von Marion Gerdel

Wer Geburtstag hat, der freut sich über nette Grüße oder freundliche Besucher. Weil aber immer mehr Gemeindeglieder 80 Jahre und älter werden, konnten die ehrenamtlichen Helfer und die Pfarrer die Geburtstagstermine nicht mehr alle wahrnehmen und mussten sich zum Teil auf runde Geburtstage beschränken. "Im Ursprung hatte unser zehnköpfiges Besuchsdienstteam der Lutherischen Kirchengemeinde unsere über 75-jährigen Gemeindeglieder in der Vergangenheit immer persönlich zum Geburtstag besucht", erzählt Pfarrerin Manuela Melzer. "Irgendwann konnten wir es aber einfach aus zeitlichen Gründen nicht mehr schaffen." Daraus resultierte, dass die größte Gemeinde der Stadt nur noch eine Glückwunschkarte senden konnten. "Das aber schien uns nicht fair zu sein", erinnert sich Pfarrerin Melzer. "Es sollte ja auch keiner durchs Netz fallen."

Daher wurde vor einem Jahr beschlossen, aus der Not eine Tugend zu machen. Und das Team organisiert seither vierteljährlich eine gemeinsame Geburtstagsfeier für alle ab 75-Jährigen.

Jetzt gab es wieder eine solche Feier im Wartburghaus an der Andreasstraße. Neben leckerem und selbst gebackenem Kuchen und Bratäpfeln gab es auch ein buntes Rahmenprogramm für den kurzweiligen Nachmittag. Eingeladen waren alle Gemeindeglieder, die von Oktober bis Dezember vorigen Jahres ihren Geburtstag feiern konnten. 14 Kinder des Familienzentrums Kottenstraße begrüßten die Senioren mit Liedern und Gedichten. Diese Darbietung wurde von den Gästen mit verdientem Applaus honoriert.

195 Senioren der Lutherischen Kirchengemeinde waren zu der Feier eingeladen, rund 60 hatten ihr Kommen zugesagt. Wegen des Winterwetters war die Resonanz dann doch ein wenig geringer, nur etwa die Hälfte der Geburtstagskinder war gekommen.

"Das ist schade", bedauert Pfarrerin Melzer. Sie hatte aber durchaus Verständnis für die Besorgnis der Senioren bei Schneeglätte, das Haus zu verlassen. Die Idee der gemeinsamen Feier kommt bei den Senioren gut an, denn so können sie gemeinsam einen schönen Nachmittag mit Kuchen, netten Darbietungen und vielen Gesprächen genießen. Besonders die musikalischen Darbietungen, aber auch die Gespräche untereinander, finden immer viel Anklang.

Der Nachmittag steht auch immer unter einem besonderen Thema. Jetzt war es die Frage "Wer kennt Radevormwald?". Pfarrer Philipp Müller war dazu extra durch die verschneite Stadt gefahren und hatte Fotos von markanten Gebäuden oder Landschaften gemacht. Diese wurden nach alter "Dalli-Klick"-Methode stückchenweise gezeigt. Allen machte es viel Spaß, zu erraten, um welches Objekt es sich handelt und dabei gleich in Erinnerung zu schwelgen. Sätze wie "Da bin ich zur Schule gegangen" oder "In dem Geschäft war zu allererst der Schürmann drin" machten bei jedem Bild die Runde.

Die nächste Geburtstagsfeier ist am Freitag, 1. April, dieses Mal im Gemeindehaus in Herbeck, im Paul-Gerhardt-Haus, an der Elberfelder Straße. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Auch da gilt, so macht Pfarrerin Melzer deutlich: "Was bleibt, ist, dass wir die 80-Jährigen zu ihrem runden Geburtstag nach wie vor persönlich besuchen. Ebenso besuchen wir alle Gemeindeglieder ab dem 85. Geburtstag in jedem Jahr. Wer das nicht möchte und auch nicht zur Feier kommen will, wird aber auf jeden Fall weiterhin mit einer Grußkarte von uns bedacht."

Quelle: RP
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