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Radevormwald
"Geht offen in die Welt hinaus"

Radevormwald: "Geht offen in die Welt hinaus"
Die Feier wurde musikalisch von den Abiturienten gestaltet. Hier spielt Larissa Stapf "auf dem Saxofon, begleitet wird sie von Carina Schröder. FOTO: Weitzdörfer
Radevormwald. 78 Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums bekamen am Freitagabend in der Aula der GGS Stadt ihre Abiturzeugnisse überreicht. Die stimmungsvolle Feier wurde musikalisch von den Schülern selbst umrahmt. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ein großer Abend war es für die 78 Abiturienten des Theodor-Heuss-Gymnasiums: Am Freitagabend durften sie in der vollen Aula der Gemeinschaftsgrundschule Stadt ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen. In seiner sehr stimmungsvollen Ansprache stellte Schulleiter Matthias Fischbach-Städing heraus, dass nicht nur der Tag, sondern auch der Ort ein ganz besonderer sei: "Für viele von euch hat genau hier die Schullaufbahn begonnen, heute endet sie hier mit dem Überreichen der Abschlusszeugnisse." Fischbach-Städing betonte: "Heute werdet ihr für reif und tauglich erklärt, höherwertige Ziele in Angriff zu nehmen." Die Abiturienten hätten gezeigt, dass sie ein Ziel erreichen könnten, dass sie ehrgeizig und tatkräftig seien.

Doch gleichzeitig stellte er die Frage, ob es den Lehrern im Laufe der vergangenen Jahre wohl gelungen sei, den Abiturienten mehr als nur allgemeines Faktenwissen zu vermitteln: "Denn - sind Wissen und Lernen alleine so wichtig? Reicht es, Zitate und Fakten, die man auswendig gelernt hat, auf Knopfdruck abrufen zu können?" Könne das tatsächliche Ziel einer soliden und vertieften Allgemeinbildung sein? "Das glaube ich nicht. Es geht vielmehr darum, das Erlernte einordnen zu können. Wir hoffen, dass wir euch in der Schule das eigenständige Denken vermittelt haben." Fischbach-Städing schloss: "Gestaltet die Welt und die Gesellschaft von morgen mit eurem Wissen Kompetenzen sinnvoll mit."

Der stellvertretende Bürgermeister Udo Krapp überbrachte die Glückwünsche der Stadtverwaltung und des Stadtrates: "Sie alle haben sich die Tür für den weiteren Bildungsweg geöffnet. Neue Möglichkeiten tun sich jetzt auf - nutzen Sie diese." Krapp zitierte den britischen Komponisten Benjamin Britten: "Lernen ist wie rudern gegen den Strom - sobald man aufhört, treibt man ab." Auch der scheidende Elternvertreter Reinhard Schröder hob den denkwürdigen Ort heraus: "Für nicht wenige von euch hat hier die Schullaufbahn begonnen. Ich kenne noch einige von euch von damals." Es sei sehr schön, zu sehen, dass aus kleinen i-Dötzchen selbstständige junge Erwachsene geworden seien. Zudem warb er um Verständnis für die Eltern: "Wir haben euch bestimmt oft genervt - aber wir hatten immer nur euer Bestes im Sinn. Nehmt es uns also nicht übel...", sagte er unter dem Lachen der Abiturienten.

Die Beratungslehrerin Maike Bock gab in ihrer humorvolle Ansprache einige Anekdoten aus dem Leben der Oberstufenschüler zum Besten: "Alleine die Begründungen auf manchen Entschuldigungszetteln von euch waren Gold wert", sagte Bock. Sie blieb aber nicht nur humorvoll, sondern wünschte den Abiturienten vor allem Gelassenheit für den weiteren Bildungsweg: "Nicht immer muss der erste Weg auch der richtige sein. Geht offen in die Welt hinaus und verschließt euch vor nichts. Manchmal läuft alles wie erwartet, manchmal muss man aber auch hartnäckig bleiben", sagte Bock, die auf ihren eigenen Lebensweg verwies, der sie auch erst auf Umwegen ins Lehramt geführt habe: "Und heute könnte ich mir nichts Schöneres vorstellen", sagte Bock.

Bevor zum Abschluss der Feier die Zeugnisse verteilt wurden, wandten sich noch die Schülervertreter Tutku Taskin und Konrad Scholz mit ihrer Abschlussrede an ihre Mitschüler: "Die Abizeit war wie ein Sprung aus dem Flugzeug - ohne Fallschirm", sagte Scholz - und sprach damit wohl allen aus dem Herzen. Umso schöner sei es aber nun, dass sie den Abschluss in der Tasche hätten.

Quelle: RP
 
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