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Radevormwald
Gekko-Anteile sind Geschichte

Da sich alle 23 an dem Projekt Gekko (RWE-Kohlekraftwerke in Hamm) beteiligten Kommunen für einen Ausstieg entschieden haben, ist auch die Beteiligung der Stadtwerke zum Jahresende ausgelaufen. "Damit sind wir aus der weiteren Haftung entlassen", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer (SWR.) Thomas Behler. Der Stadtrat hatte im Oktober für einen Sofortausstieg gestimmt.

Das sei kostengünstiger gewesen als die zweite Variante mit halbem Ausstieg jetzt und halbem Ausstieg später. Bei der gewählten Variante rechnet Behler nach Auflösung der Rückstellung in Höhe von 3,16 Millionen Euro für 2015 mit einem Saldo von etwa einer halben Million Euro. "Bei Variante 2 wäre beim Auflösen der Rückstellung nichts übrig geblieben." Das Geld fließt in die Eigenkapitalaufstockung, damit das angestrebte Ziel der Kapitalaufstockung von 20 auf 30 Prozent eines Tages erreicht werden kann. Das sei mit der Stadt so abgesprochen.

Auch das sagt Behler: Rückblickend war die Beteiligung an Gekko eine falsche unternehmerische Entscheidung. Die Beteiligung sei aber ein weit verbreitetes Phänomen gewesen, weil die Bundesregierung erst später die Hinwendung zu regenerativen Energien vollzogen hat. Die Entscheidung sei ausgewogen gewesen, weil sie 15 Prozent des Jahres-Stromverbrauchs gesichert hätte. "Man muss immer die Situation vor elf Jahren bedenken", sagt Behler. Auch Großinvestoren hätten auf Energiegewinnung mit einheimischer Kohle gesetzt.

Behler gibt einen Ausblick auf Verbraucher-Investitionen. Bei neuen Windkraftanlagen sieht er das Projektrisiko zu hoch, weil die Höhe der Erträge nicht eindeutig sei. Bei Photovoltaikanlagen gehe der Trend in Richtung Strom-Eigennutzung. Chancen sieht er mittelfristig für kleinteilige Anlagen mit Stromspeichern. "Da wird einiges getan, die Anlagen sind aber noch zu teuer", sagt SWR.-Prokurist Jörg Henze. Ob sich das für Mehrfamilienhäuser rechne, zeige erst die Zukunft.

(wos)
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