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Radevormwald
Geldstrafe für 30-Jährigen wegen Randale im Vollrausch

Radevormwald. Wer sich so heftig betrinkt, dass er nicht mehr weiß, was er tut, genießt vor dem Gesetz keine Narrenfreiheit. Das musste ein 30-jähriger Radevormwalder begreifen, der sich vor dem Amtsgericht in Wipperfürth zu verantworten hatte. Der berufs- und arbeitslose Mann hatte im Juni 2015 in einem Haus in den Wupperortschaften randaliert und eine Wohnungstür ramponiert. Als die von Zeugen alarmierte Polizei kam, um ihn mit auf die Wache zu nehmen, setzte er sich mit aller Macht zur Wehr, so dass ihm Fesseln angelegt werden mussten. Seine Reaktion: übelste Beschimpfungen und Beleidigungen der Polizeibeamten. Von Brigitte Neuschäfer

Nachdem der 30-Jährige wiederholt zu Gerichtsverhandlungen nicht erschienen war, wurde ein Strafbefehl gegen ihn erlassen. Danach sollte der Radevormwalder eine Geldstrafe in Höhe von 130 Tagessätzen zu 15 Euro zahlen, insgesamt 1950 Euro. Dagegen legte er Einspruch ein, so dass es jetzt zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht kam. Viel brachte der Einspruch unterm Strich nicht für den 30-Jährigen, der auf Fragen des Richters angab, sich an nichts erinnern zu können. Nachvollziehbar schienen die Erinnerungslücken: Der Rader hatte immerhin knapp drei Promille Alkohol intus gehabt, wie eine Blutprobe ergab. Eine Entschuldigung für sein Verhalten sei das nicht, machte ihm der Richter klar. Er reduzierte nur die Höhe des Tagessatzes von 15 auf 13 Euro, damit fällt die Geldstrafe mit 1690 Euro um 260 Euro niedriger aus als im Strafbefehl ausgewiesen.

Für den schon mehrfach vorbestraften Arbeitslosen, der in einer Notunterkunft lebt, ist das immer noch eine große Summe, die er nun in kleinen monatlichen Raten abbezahlen will. Ersatzweise könnte er bei der Staatsanwaltschaft beantragen, gemeinnützige Arbeit zu leisten. Das lehnte er jedoch ab: Nach einem schweren Unfall seien ein Arm und eine Hand noch nicht wieder belastbar, begründete er das.

So wird er seine Geldstrafe über einen langen Zeitraum von dem abstottern müssen, was er an Sozialleistungen bekommt, denn Arbeit hat er auch weiter nicht in Aussicht.

Quelle: RP
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