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Radevormwald
Gemeinde saniert Orgel und Kirche am Markt

Radevormwald: Gemeinde saniert Orgel und Kirche am Markt
Die Reformierte Kirche am Marktplatz in Radevormwald: Im Innenraum des Gotteshauses wird sich ab 11. September einiges verändern. FOTO: joachim rüttgen
Radevormwald. Die dringend notwendigen Arbeiten verzögern sich, weil es spezielle Auflagen der Landeskirche so fordern. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 40.000 Euro. "Eine Investition in die Nachhaltigkeit", heißt es. Von Joachim Rüttgen

Eigentlich sollte die Sanierung der Orgel in der Reformierten Kirche am Radevormwalder Marktplatz längst begonnen haben. Doch spezielle Auflagen, die die Sachverständigen bei der zuständigen Landeskirche der Gemeinde in der Bergstadt gemacht haben, sorgen nun dafür, dass die Orgel nicht wie eigentlich geplant schon seit Ostern, sondern erst ab Montag, 11. September, gereinigt und zukunftssicher saniert wird. Das teilt Pfarrer Dr. Dieter Jeschke auf Anfrage unserer Redaktion mit.

"Wir werden die Kirche dann gleichzeitig einer Grundrenovierung unterziehen und das alles in einer Aktion durchziehen", sagt er. Durch die neue Mikrofonanlage seien Putzarbeiten notwendig geworden, außerdem werde der Innenraum der Kirche neu gestrichen, "was zu einer deutlichen Verschönerung führen wird", sagt Jeschke.

Weitere Neuerung: Im hinteren Bereich soll eine fest verbaute kleine Ecke mit Sitzplätzen für das Kirchencafé entstehen. Gleichzeitig soll altes Inventar wie Regale komplett verschwinden. "Unser Kirchenaum wird sich verändern", kündigt Jeschke an.

Da all diese Maßnahmen, die etwa 40.000 Euro kosten werden, mit viel Dreck und Staub verbunden sind, werden die Arbeiten an der Orgel anschließend vorgenommen. "Wir werden die Orgel zuvor aufwendig verpacken, weil kein Staub in die Pfeifen eindringen darf", sagt Jeschke. Die Aufträge an die Fachfirmen seien als Kombinationspaket rausgeschickt worden. Die Maßnahmen sollen in 14 Tagen erledigt sein - vom 11. bis 23. September bleibt die Kirche am Markt komplett geschlossen. Ausweichort für Gottesdienste oder andere Veranstaltungen wäre das Dietrich-Bonhoeffer-Haus an der Ludwig-Beck-Straße, das aber wohl kaum genutzt werden muss. "Denn der Zeitraum für die Sanierung und Reinigung ist günstig gewählt", sagt Jeschke, "betroffen wäre eigentlich nur der Gottesdienst am Sonntag, 17. September, an dem es aber einen zentralen Gottesdienst in der Wagenhalle in Remscheid zum Reformationsjahr und zum 200-jährigen Bestehen des Kirchenkreises Lennep gibt."

Die eigentlichen Arbeiten an der Orgel werden in der Kirche am Marktplatz durchgeführt, das Instrument muss deshalb auch nicht aufwendig abtransportiert werden. In erster Linie sollen die Pfeifen gereinigt und die Mechanik überprüft werden, weil einige Register klemmen. Die Gemeinde hatte sich zuvor in einem Grundsatzentscheid dafür ausgesprochen, das historische Instrument zu erhalten und keine neue Orgel zu kaufen.

"Wir finanzieren die Maßnahmen aus Rücklagen und Spenden", sagt Jeschke. Bislang sind 7000 Euro an Spenden eingegangen. Ihm ist wichtig, dass die Gemeinde eine Investition in die Nachhaltigkeit tätigt. Auch wenn künftig die Kosten zum Beispiel für die Heizung steigen werden, denn die sanierte Orgel braucht in den Wintermonaten konstant 18 Grad. "Alternative wäre, dass sich die Register verziehen oder sich Schimmelnester bilden", berichtet Jeschke. Eine genaue Untersuchung des Klimas in der Kirche hatte ergeben, dass ein Entfeuchter nicht dauerhaft installiert werden muss. "Trotzdem müssen wir das Klima in unserer Kirche weiter im Blick halten", sagt Jeschke.

Denn durch die Einstellung der neuen Kirchenmusikerin Inga Kuhnert wolle die Reformierte Kirchengemeinde künftig die kirchenmusikalische Arbeit und das Angebot deutlich erweitern. "Und dafür sind ein gutes Raumklima und eine optimale Orgel beste Voraussetzung", sagt der Pfarrer.

Quelle: RP
 
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