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Radevormwald
Gemeindebüros öffnen künftig seltener

Radevormwald. Die Verwaltungsstrukturreform der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat Konsequenzen für die hiesige Gemeindearbeit. Die Verwaltung wird in Remscheid zentralisiert, in Radevormwald bleiben aber Vor-Ort-Büros. Von Joachim Rüttgen

Das neue Jahr begann in den Gemeindebüros der evangelischen Kirchengemeinden mit viel Trubel. Die Verwaltungsstrukturreform, die die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland im Januar 2012 beschlossen hatte, führt ab sofort zu Veränderungen vor Ort. Denn die Verwaltung sämtlicher Gemeinden des Kirchenkreises wird künftig von zwei Standorten aus in Remscheid und Lennep zentral organisiert. Aus den Gemeindeämtern in Radevormwald werden sogenannte Vor-Ort-Büros, die künftig aber meist viel seltener öffnen als bisher. Eine Übersicht:

Lutherische Kirchengemeinde Mit etwa 6200 Gemeindegliedern ist die Lutherische Kirchengemeinde die größte in der Bergstadt. Fest steht, dass die Bürozeiten des Gemeindeamtes im Wartburghaus deutlich reduziert werden. "Alle Verwaltungsmitarbeiter im Kirchenkreis wurden in einem Pool zusammengefasst und neuen Abteilungen zugeteilt", berichtet Presbyter Uwe Kremers. Das heißt, dass sich künftig weiter Sabine Schneider als hauptamtliche Kraft um die Angelegenheiten im Wartburghaus kümmert. Unterstützt wird sie von Petra Basener als Teilzeitkraft, die von der Kirchengemeinde in Remlingrade zeitweise ins Wartburghaus wechselt.

"Uns ist wichtig, dass das hiesige Büro besetzt bleibt", sagt Kremers. Außerdem blieben die für die Gemeindeglieder wichtigen Angebote, die sie unmittelbar betreffen, erhalten. Dazu zähle vor allem das Archiv. Aber auch, wenn es darum geht, Melde- oder Patenbescheinigungen zu bekommen. Entscheidend sei, dass sich die evangelische Kirche mit der Reform nicht komplett zurückziehe. "Dennoch war die Reform in dieser Form nicht unser Wunsch, die Landeskirche hat mit dem neuen Gesetz Fakten geschaffen", sagt Kremers. Er bezeichnet die Umsetzung als "anstrengenden Prozess", der sich nach und nach einspielen müsse. Wichtig sei, dass das Verwaltungsleben erhalten bleibe - trotz deutlich reduzierter Öffnungszeiten im Gemeindebüro.

Kirchengemeinde Dahlerau Für Presbyterin Dorit Lauterbach ist wichtig, dass sich Dieter Möring aus Hückeswagen weiter um den gemeindenahen Dienst für Remlingrade und Dahlerau kümmert. "Da wissen wir, was wir haben und, dass es gut läuft", sagt sie. Auch Iris Härtel bleibt als Ansprechpartnerin im Gemeindebüro für Dahlerau mit den etwa 1100 Gemeindegliedern erhalten, wenn auch mit reduzierter Stundenzahl, weil einige Arbeiten ausgelagert werden.

"Wir haben uns für das Vor-Ort-Büro stark gemacht, denn wir sind zwar nicht der Nabel der Welt hier, aber wir haben viele ältere Gemeindeglieder", sagt sie. Im Vor-Ort-Büro könnten auch weiterhin Beerdigungen angenommen und organisiert werden. Rechnungen aber werden künftig im zentralen Verwaltungsamt geschrieben. "Wir hoffen auf möglichst wenig spürbare Auswirkungen", sagt Lauterbach. Für sie ist die Reform eine große Umstellung und ein Umbruch in der Gemeindearbeit. "Das muss sich erst einspielen", sagt sie.

Evangelische Kirchengemeinde Remlingrade Eine personelle Veränderung gibt es auch im Gemeindebüro Remlingrade: "Petra Basener bleibt uns zwar erhalten, sie ist aber nicht mehr Angestellte der Gemeinde. Wir geben die Verantwortung ab, was wir gar nicht wollten", sagt Pfarrerin Maria Kluge. Auch die Stundenzahl sei deutlich reduziert worden. Dafür arbeitet Petra Basener künftig auch im lutherischen Gemeindeamt mit, "was persönlich für sie positiv ist, denn somit wurden ihre Stunden erweitert, was nur in ganz seltenen Fällen gemacht wurde", berichtet Kluge. Ein großer Umzug steht in Remlingrade in dieser Woche nicht an, da die Verwaltung der Gemeinde bereits auch zuvor durch den Gesamtverband in Remscheid übernommen wurde, der sich nun mit dem zentralen Verwaltungsamt absprechen müsse. "Wir werden jetzt nur anders vernetzt", sagt die Pfarrerin.

Negativ fällt ihr auf, dass durch die neue Struktur zwar Geld und Personal gespart werden soll, "für uns als kleine Gemeinde es aber teurer wird, denn wir müssen schließlich für das neue Verwaltungsamt bezahlen und es mit unserem Beitrag mittragen", sagt sie. Noch sei die Kirchengemeinde Remlingrade eine Gemeinde, die nicht von Zuschüssen abhängig sei. "Ich hoffe, dass es uns finanziell weiter gut geht und wir die Mehrbelastung durch das zentrale Verwaltungsamt in Zukunft kompensieren können. Durch die gemeindeeigene Stiftung bin ich guter Hoffnung", sagt Maria Kluge.

Quelle: RP
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